Devise: Abwarten und vorsorgen

Kaufbeuren/Ostallgäu (fro). - Die Zukunft der 513 Teilhauptschulen in Bayern steht zur Disposition. Der entsprechende Antrag CSU-Fraktion im Landtag hat eine Mehrheit bekommen. Jetzt wird das Kultusministerium die Umstrukturierung der Teilhauptschulen angehen, teilt Peter Brendel von der Pressestelle des Ministeriums mit. Die Kaufbeurer Schulen geben sich erst einmal abwartend, während das Landratsamt 'nicht begeistert ist', so dessen Pressesprecherin Susanne Kettemer. Die fünften und sechsten Klassen der Teilhauptschulen werden zur Zeit an den Grund- und Volksschulen geführt. Nach den Plänen des Kultusministeriums werden kleinere oder in ländlichen Regionen gelegene Teilhauptschulen geschlossen oder an Hauptschulen angegliedert. Dadurch sollen die Hauptschulen attraktiver werden, so Brendel. Wobei das Konzept der wohnortnahen Schule beibehalten werde. Betroffen wären alle Schulen mit eine Klassenstärke unter 15 Schülern. Das Ministerium will sich zuvor mit Städten und Kommunen in Verbindung setzen, um mögliche konkrete Schritte einzuleiten. 'Entscheidend sind die Verhältnisse vor Ort', sagt Brendel. 'Eine Schließung der Teilhauptschulen macht aus pädagogischen Gründen keinen Sinn und ist eine Schwächung der Ostallgäuer Gemeinden. Ich bin klar gegen eine generelle Schließung', so Landrat Josef Fleschhut. Von den sechs Ostallgäuer Teilhauptschulen würde eine wegen zu geringer Schülerzahlen 'ernsthafte Schwierigkeiten' bekommen, weiter zu bestehen. 'Es ist vorauszusehen, dass es zu Ende geht', sagt resigniert Klaus Hartmann, Rektor der vermutlich betroffenen Schule in Stötten. 'Ansonsten gehe ich davon aus, dass die anderen Teilhauptschulen beibehalten werden', meint Fleschhut.

Keine Ausweichmöglichkeit Das gilt auch für die drei Kaufbeurer Schulen: Beethovenschule, Schraderschule und Oberbeurer Volksschule. Die Schülerstärke erreiche man in Oberbeuren auf jeden Fall und im übrigen gebe es zur Zeit auch keine Räumlichkeiten zum Ausweichen, erläutert Rektor Heinz Zeitler. 'Wir können erst einmal abwarten.' Das sieht auch Heinz Simm, der Rektor der Beethovenschule, so. Zwar blieben nach der vierten Klasse nur 40 Prozent der Schüler an der Schule, aber eine 'Umstrukturierung war schon vor 20 Jahren in der Diskussion'. Und die Wohnortnähe einer Schule müsse schließlich gewahrt bleiben. Außerdem seien die Teilhauptschulen 'pädagogisch sinnvoll', findet Simm. Notfalls müsse man sich über Zusammenschlüsse Gedanken machen und da wäre die Grundschule in Hirschzell ein potentieller Verbündeter. Schließlich gebe es von 'Elternseite sicherlich Widerstand' gegen Schließungen, so Simm.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018