Der Zukunft oft einen Schritt voraus gewesen

Untrasried/Ostallgäu (ram). - Für sein 30-jähriges Jubiläum suchte der Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren, einen schön gelegenen Ort zum Feiern im Grünen. Er fand ihn beim Kreis-Jugendheim Eschers bei Untrasried. Informative Rückblicke hielten die Aktiven mit Bildern, Dias und auch zahlreichen Anekdoten. Vorsitzender Josef Kreuzer aus Germaringen lud die Mitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Grillen ins Jugendheim Eschers. Vor 30 Jahren nahm Dr. Hermann Wachter aus Schwangau das Heft in die Hand - es wurde eine Kreisgruppe des BN gegründet. Dr. Wachter schrieb die Bürgermeister im Ostallgäu an und eruierte so schützenswerte Naturflächen. In seiner Amtszeit wurde dem BN das Hertinger Moos, zwischen Nesselwang und Pfronten gelegen, vererbt. Unter Wolfgang Scheerle aus Eisenberg entstanden ab 1980 zahlreiche neue Ortsgruppen. Der BN pachtete erstmals ökologisch hochwertige Flächen an und betreute sie. Erich-Werner Schmidt aus Füssen richtete in seiner Amtszeit von 1986 bis 1990 mehrere Arbeitskreise ein, beispielsweise für die Müllproblematik. Im März 1990 übernahm Josef Kreuzer den Vorsitz unter der Bedingung, dass in Kaufbeuren eine Geschäftsstelle mit einem Mitarbeiter eingerichtet wurde. Von Anfang an kämpften Kreuzer und seine Mitstreiter gegen die Autobahn 7 sowie gegen einen Regionalflughafen.

Sie unterstützten den Volksentscheid 'Das bessere Müllkonzept'. Das 20. Jubiläum fand 1994 im Modeon in Marktoberdorf statt. Als Festredner trat Landesvorsitzender Hubert Weiger ans Pult. Der 30. Geburtstag wurde auf 'Sparflamme' gefeiert. Die jetzige Zahl der Mitglieder gab Kreuzer mit 1590 im Landkreis an und mit 338 in Kaufbeuren. Kreuzer erinnerte, dass vor 20 Jahren die Aufstellung eines Glascontainers fast eine Revolution war. 'Noch 1982 wurden Anträge behördlich abgelehnt', so der Lehrer. Die Kreisgruppe 'erfand' das Aufstellen von Wertstoff-Containern und das Ausleihen von Häckslern. Die Aktiven wiesen aufs Waldsterben hin und unterstützten die Einführung des bleifreien Sprits, des Katalysators und des Gesetzes für erneuerbare Energien (EEG). Aktiv war der Kreisverband auch im Widerstand gegen eine Müllverbrennung im Ostallgäu. Und noch immer werden Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören Arbeiten am Hertinger Moos mit dem Erneuern der Dämme zur Wiedervernässung und das Entbuschen. Eigentlich wünscht sich Kreuzer zum 'Geburtstag', dass der BN überflüssig wäre, doch das werde so schnell nicht geschehen. 'Einen Witz' findet der Vorsitzende, dass vor zehn Jahren viele Menschen über erneuerbare Energien lachten. 'Heute lassen sich dieselben Leute Photovoltaikanlagen aufs Dach setzen', sagte Kreuzer nicht ohne Unterton.

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