Der Würde des Ortes nicht angemessen

Bernbeuren/Ostallgäu | dec | Die Römer gehörten zu den Ersten. Sie besiedelten 13 bis 14 nach Christus den Auerberg. Jetzt stehen eine Kirche und eine Wirtschaft auf dem Gipfel. Letztere will erweitern - sehr zum Missfallen des Bund Naturschutz und einiger Historiker, Heimat- und Denkmalpfleger. Sie trafen sich gestern auf dem Auerberg und sprachen sich gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes 'Auerberg - St. Georg' aus.

Wie berichtet, würde der Plan auf dem Gipfel des beliebten Ausflugs-ziels zwei Gästehäuser mit jeweils bis zu 300 Quadratmetern Grundfläche sowie zwei Parkplätze ermöglichen. Das entspreche zwar nicht den Plänen des Eigentümers des Gasthofs 'Auf dem Auerberg', sagt dessen Geschäftsführer Josef Strobel. Für den Bund Naturschutz aber ist der Bebauungsplan dennoch Grund für Protest. Denn selbst wenn der jetzige Besitzer kleiner baue: Was passiere, wenn sich ein künftiger Inhaber anders entscheide, so Barbara Zach, Vorsitzende der Naturschutz-Kreisgruppe Weilheim-Schongau. 'Wir sind selbstverständlich dafür, dass die Wirtschaft wieder geöffnet ist', betonte Dr. Josef Heringer von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. 'Aber die Baumaßnahmen sind der Würde des Ortes nicht angemessen.'

Auch die Wiese, auf der seit Jahren der traditionelle Georgiritt stattfindet, war Diskussionsgrund. Laut Plan sind dort temporär Veranstaltungen erlaubt. 'Das könnte auch ein Motorradtreffen sein', gab Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege, zu bedenken. Ihm missfielen zudem die bisher getätigten Umbauten am Gasthof. 'Was renoviert wurde, ist schwach'. Wölzmüller befürchtet, dass weitere Maßnahmen 'ebenso stümperhaft werden'. Als Beispiel nannte er den Wintergarten 'einen belanglosen Rucksack', der da nicht hingehöre. Um weitere 'Umbaufehler' zu vermeiden, sei kompetente Beratung von außen nötig.

'Wir haben uns an viele Vorgaben gehalten und versucht, so zu renovieren, dass es zum traditionellen Bild des Auerbergs passt', hielt Geschäftsführer Strobel dagegen. Aber man finanziere alles aus eigenen Mittel, müssen auf das Geld schauen und habe ja auch erst ein halbes Jahr gearbeitet. Wölzmüller schlug für die weiteren Maßnahmen die kostenlose Beratung eines Architekten des Landesvereins für Heimatpflege vor. Strobel zeigte sich kompromissbereit - 'nur die Parkplätze brauchen wir auf jeden Fall'.

'Riesen Häuser katastrophal'

Das sieht auch Georg Kleber so. Der Landwirt ist ein direkter Anlieger und Vorstand des Georgivereins. Er weiß: 'An schönen Tagen stehen die Autos alle die Straße entlang.' Der Platz unterhalb des Gasthofs allerdings dürfe nicht bebaut werden. 'Er ist der schönste am Auerberg.' 'Wenn dort riesen Häuser hinkämen, wäre das katastrophal', sah auch ein anderer Bernbeurer den 'Bebauungsplan als kritische Sache'. » Allgäu Rundschau

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