Der Weg zum selbständigen Üben

Sonthofen (bo). Motivationsprobleme entstehen in der Regel nicht mit dem Eintritt in die Musikkapelle, sondern bereits in der Jugendausbildung. Die Art und Weise, wie in den Musikvereinen unterrichtet wird, darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bereits in den ersten 10 Wochen der Musikausbildung entscheidet sich, ob diese erfolgreich verläuft. Die Beschäftigung mit sinnvoller Jugendarbeit war für den Musikbezirk II Sonthofen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) Anlass, ein Seminar mit dem Musikpädagogen Michael Stecher aus Freiburg anzubieten. Aufgeteilt in die drei Themenblöcke Unterrichtspädagogik, Unterrichtsformen und Überstrategien, konnten die zahlreich ins Vereinsheim der Musikkapelle Ottacker gekommenen Dirigenten, Ausbilder und Vorsitzenden der Musikkapellen wertvolle Tipps erhalten. Getreu dem Motto: Üben lernen als Weg Autonomes Üben als Ziel. Die Musikkapellen müssen laut Michael Stecher wegkommen von dem wir bieten der Vereine. An die musikalische Ausbildung müssen klare Forderungen gestellt sein, sonst werde diese keinen Erfolg haben.

Von Anfang an sollte klar sein, dass auch die Eltern Verantwortung übernehmen und die Kinder fördern müssen. Kinder nur in die Musikstunde abzuliefern, sei zu wenig. Die Jugendausbildung brauche die Unterstützung der Eltern. Stecher regte bei den Vereinsvertretern an, mindestens zwei Elternabende pro Jahr anzubieten. Ausgiebig wurde die Problematik der immer knapper werdenden finanziellen Mittel für Musikschulen behandelt. 30 Minuten Einzelunterricht in der Woche sind viel zu wenig betonte Stecher: Zieht man dann noch Ferien und sonstige Ausfallzeiten ab, so verbleiben gerade mal 19 Stunden Musikunterricht pro Jahr. Praxisnah und kompetent erläuterte Stecher Möglichkeiten, diese Stundenzahl zu verdreifachen und stellte gleichzeitig ein schlüssiges Konzept vor, wie dieses finanziert werden kann. Unbedingt notwendig seien dabei mehrere Übungsräume sowie flexibles Verhalten der Musiklehrer. Aber gerade für Musiklehrer kann dieses Modell auch ein Motivationsschub sein, so Stecher. Weitere Anregungen für eine pädagogisch fundierte Instrumentalausbildung rundeten das umfangreiche Tagesprogramm ab.

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