Der Walderlebnispfad bleibt weiter umstritten

Leeder (hoe). - Keine Annäherung zwischen Gegnern und Befürwortern des geplanten Walderlebnispfades brachte die Info-Veranstaltung in Leeder. Während die zahlenmäßig stark vertretenen Landwirte und Jäger die von der Dorferneuerung angeregte Maßnahme als unnötig und schädlich bezeichneten, sprachen die Freunde des Projekts von einer wichtigen Möglichkeit, Kindern und auch Erwachsenen die Natur näher zu bringen. Zuvor hatten die beiden Absolventinnen der Fachhochschule Weihenstephan die Inhalte ihrer Arbeit vorgestellt. Elke Kleinert und Sabine Aipperspach beschrieben vor etwa 90 Besuchern die 13 aktionsorientierten Stationen, die mit einem überwiegend bereits vorhandenen Wegenetz im Aschtal westlich von Leeder verbunden werden. Neben der Vermittlung von Wissen sollen mit dem 'Natur-Kultur-Erlebnispfad Leeder' alle Sinne angesprochen werden. Wert gelegt habe man auf natürliche Materialien und eine ökonomische Lösung, stellten die jungen Frauen fest - so lägen die mit 50000 Euro geschätzten Kosten weit unter jenen vergleichbarer Anlagen. Von Seiten des Arbeitskreises 'Natur in Dorf und Landschaft' der Dorferneuerung ging Förster Ludwin Klein auf Vorgeschichte und Zielvorstellungen ein. Er erwähnte unter anderem die Absicht, Besuchern den Heimatraum näher zu bringen und der Jugend auf spielerische Weise Wissen zu vermitteln. Aus dem Kreis der Gegner meldeten sich unter anderem Jagdpächter Roland Zientner, der Ortsobmann des Bauernverbands, Hermann Schwer, und Jagdgenossenschafts-Vorsitzender Hermann Nieberle zu Wort. Sie wandten sich zwar nicht gegen die Inhalte der Planung, bezeichneten das Projekt aber insgesamt angesichts der Lehrpfade in Welden, Denklingen und Landsberg als überflüssig. Zientner warnte zudem vor hohen Folgekosten und meinte, das Geld sei in anderen Bereichen für die Jugend besser angelegt. Befürchtet wird von Jägern und Landwirten auch eine Beeinträchtigung durch Abfall und eine Beunruhigung des Wildes. Zu einem zentralen Punkt in der Diskussion entwickelte sich die Frage, woher und in welcher Zahl die Besucher auf den Pfad kommen würden. Während Ludwin Klein von einem Angebot für Familien und Schulen vom Ort sprach, störten sich die Kritiker an einer Passage in der Diplomarbeit, in der von breiter Werbung auch im Internet die Rede war und warnten vor einem 'Massentourismus'. Die in ihrer Arbeit gemachten Aussagen seien keine verbindlichen Vorgaben, wies Kleinert vorsorglich hin, dies betreffe auch den umstrittenen Parkplatz am Ortsrand.

15000 bis 25000 Euro Bürgermeister Erwin Karg, der zum insgesamt ruhigen Verlauf der Debatte beitrug, nahm Stellung zu den Kosten. Die Dorferneuerung habe einen Zuschuss von 30 bis 50 Prozent angekündigt, hinzu kämen 10000 Euro als Spende des Leederer Gartenbauvereins. So verbliebe für die Gemeinde eine Belastung zwischen 15000 und 25000 Euro. Zugunsten des Vorhabens sprachen sich eine Mutter und ein Vater von jeweils drei Kindern aus. Auf Einwand von Dorferneuerungsmitglied Michaela Haibl, die zahlreich anwesenden Gemeinderäte sollten sich doch ihr eigenes Bild machen, verzichtete Karg am Ende auf eine Abstimmung unter den Besuchern. Vor dem Gemeinderat befasst sich allerdings am 20. April noch einmal die Teilnehmergemeinschaft mit dem Erlebnispfad. Voraussetzung für eine Verwirklichung wäre auch, so Karg, die Bereitschaft der Eigentümer, den benötigten Grund abzutreten.

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