Allgäu
Der schwere Weg von Lukas

Kaufbeuren Kein Elternteil möchte verpassen, wenn das eigene Kind seine ersten Schritte macht und anfängt, die Welt zu erkunden. Lukas hat bereits einen langen Weg in seinem kurzen Leben zurückgelegt, allerdings einen Leidensweg. Der Zweijährige ist an Knochen- und Weichteilkrebs, dem sogenannten Ewing Sarkom, erkrankt - im März dieses Jahres kam die Diagnose.

Schon ein halbes Jahr vorher hatte der Kleine über Schmerzen beim Laufen geklagt, irgendwann begann er zu hinken. Die Ärzte dachten zunächst an einen Hüftschnupfen, eine Gelenkserkrankung, die meist nach vier Wochen ausgestanden ist. Denn das Ewing Sarkom tritt normalerweise erst bei Kindern ab dem zehnten Lebensjahr auf. Bei Lukas ließen die Schmerzen aber nicht nach. Im Krankenhaus wurde schließlich ein großer Tumor im Becken entdeckt, und auch in der Lunge hatten sich bereits Metastasen gebildet. Mehrere Chemotherapien musste Lukas überstehen, um den Tumor soweit zu schrumpfen, dass er operativ entfernt werden konnte.

Geringe Überlebenschance

In dieser Zeit wachte Mutter Sandra Tag und Nacht an der Seite ihres Sohnes. Als die Operation möglich gewesen wäre, fanden sich aber zunächst keine Operateure. Niemand hatte gedacht, dass der kleine Lukas überhaupt so weit kommen würde. «Die Ärzte wollten wegen der geringen Überlebenschance nicht operieren», so Mutter Sandra. Doch sie gab nicht auf, stellte Kontakt zu zwei Spezialisten in Münster her, Ende September folgte die Operation.

Allerdings bereitete der Familie in der Zwischenzeit ein weiteres Problem große Sorgen. Wegen einer beruflichen Veränderung von Vater Ralph war die Familie erst kürzlich von Kaufbeuren nach Magstadt bei Stuttgart gezogen. Das Haus war alt und baufällig, erst nach und nach sollten die einzelnen Räume hergerichtet werden. Doch der unrenovierte Zustand ließ nicht zu, dass Lukas zwischen den einzelnen Chemotherapien nach Hause konnte.

Zu allem Überfluss konnte die Krankenkasse eine Haushaltshilfe für Lukas Schwestern anfangs nicht übernehmen.

Als die Verwandten und Freunde von Lukas Erkrankung erfuhren, wollten sie sofort etwas tun. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne, wie der Familie zu helfen sei. Die Männer, allesamt handwerklich begabt, fuhren daraufhin zwei Monate lang jedes Wochenende nach Magstadt, und renovierten in Eigenregie das kleine Häuschen. So entstand auch die Idee zu einem Flyer mit einem Spendenaufruf, den Daniela Königsberger mit vier weiteren Freundinnen entworfen hat. Eine ordentliche Summe ist bislang zusammengekommen. «Ich freue mich so sehr über die Anteilnahme der Menschen», so Königsberger. Denn Vater Ralph hat inzwischen unbezahlten Urlaub bei seiner Firma bekommen und den Part der Familienhilfe übernommen.

Allerdings reicht die Unterstützung der Krankenkasse trotz allem nicht. «Wir sind unendlich dankbar, von wie vielen Seiten uns geholfen wird. Das Geld hilft uns, den schweren Weg mit Lukas zu gehen», sagt Mutter Sandra.

Gut angeschlagen

Im Moment ist Lukas bei seiner Familie. Die Chemotherapien haben gut angeschlagen, die Metastasen sind verschwunden. Und obwohl mit dem Tumor ein Beckenknochen entfernt werden musste, besteht für Lukas die Chance, irgendwann wieder laufen zu können. Allerdings sind dazu besondere Geräte notwendig.

Um den Krebs endgültig zu besiegen, folgt im Januar noch eine letzte Chemotherapie. Danach möchte die Familie wieder nach vorne schauen und sich um Lukas vollständige Genesung kümmern.

In der Kirche St. Cosmas und Damian in Oberbeuren fand am Samstag eine Benefizveranstaltung mit Lesung und Musik zugunsten von Lukas statt. Die Bankverbindung für Spenden: «Hilfe für Lukas», Kontonummer: 1131710, Bankleitzahl 73460046.

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