Oberstaufen
Der Meister der Stille und der schweigende Berg

Stefan Barcsay aus Augsburg ist im Oberallgäu durch viele Auftritte bekannt als virtuoser Gitarrenspieler. Sein Wissen und Können gibt er als Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach an den Nachwuchs weiter. In Kürze erscheint seine erste Solo-CD, die er bei den nächsten Konzerten vorstellen möchte. Stefan Nowicki sprach mit dem rührigen Künstler vor einem Auftritt in Oberstaufen über die CD und deren Musik.

Herr Barcsay, der Titel Ihrer CD lautet «Silent Mountain» (Schweigender Berg). Das bezieht sich auf ein Stück des chinesischen Komponisten Qu Xiao-Song. Wie würden Sie die Musik von Qu Xiao-Song beschreiben?

Stefan Barcsay: Sie ist so, wie der Titel es bereits andeutet. Es ist ein Stück aus den Zyklus «Ji - die Stille». So ist die Musik. Der Komponist ist ein Meister der Stille, der Ruhe und Einkehr. Mit wenig Tönen - das Stück besteht eigentlich aus vielen einzelnen für sich stehenden Tönen - drückt er sehr viel aus.

Kann man Stille als Abwesenheit von Klang oder als «Nichtklang» bezeichnen?

Stefan Barcsay: Es ist auf alle Fälle eine philosophische Größe, für ihn ist Musik Teil einer Ganzheit des Lebens.

Die anderen Stücke auf der CD zeigen, dass Sie sich viel mit der zeitgenössischen Musik auseinandersetzen.

Stefan Barcsay: Das ist vielleicht eher Zufall, die Auswahl ist aber nicht willkürlich. Ich habe Stücke genommen, die sich alle auf das Thema Stille, Besinnung beziehen. Das letzte Stück heißt: «Ein Tag im November». Diese Melancholie ist sozusagen Programm der CD.

Ist es schwieriger, solche ruhigen, gedankenschweren Stücke zu spielen als solche, die vor allem große Fingerfertigkeit verlangen?

Stefan Barcsay: Natürlich sind Stücke, die nur große Fingerfertigkeit verlangen, auch schwer. Da ist eine bestimmte Virtuosität gefordert und sie steht im Vordergrund. Bei langsamen Stücken ist etwas anderes verlangt, nämlich dass man trotz des langsamen Tempos immer noch merkt, dass die Töne zusammengehören, dass man phrasiert und die Töne miteinander verbindet.

Stellen Sie die CD auch bei Ihren bevorstehenden Konzert in der Oberstaufner Schlossbergklinik vor?

Stefan Barcsay: Nein, vorstellen werde ich sie noch nicht, weil sie noch nicht fertig ist. Ich spiele aber schon einige Stücke aus der CD. Eine Vorstellung der neuen CD findet dann aber am 12. März in Augsburg statt.

Nächster Auftritt: Stefan Barcsay, klassische Gitarre, Samstag, 13. Februar, 19.30 Uhr, Schlossbergklinik Oberstaufen. Zur Aufführung gelangen Werke von

Fernando Sor, Francisco Tarrega, Heitor Villa-Lobos, Leo Brouwer und Qu Xiao-Song. Eintritt frei. Spenden für den Förderverein für die Patienten erbeten.

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