Der Künstler mit der Kettensäge

Roßhaupten (pas). - Das Kunstsymposium, das Mitte August in Roßhaupten unter dem Motto 'Colours by Nations' stattfindet, wirft seine Schatten voraus. Oder besser gesagt: Es macht geräuschvoll auf sich aufmerksam. Gemeint ist die Arbeit von Wim Wisman. Er arbeitet mit Motorsäge und anderen Werkzeugen zwei Ulmen zu Kunstwerken um. Wer sich mit aktueller Kunst auseinander setzen und einem Bildhauer bei seiner Arbeit zusehen will oder das Gespräch mit ihm sucht, findet alles unter einer Adresse: Roßhaupten, Alemannenfeld, Arbeitshalle der Baufirma Klement. Dort bereitet Wim Wisman das Europäische Kunstsymposium 2004 von 'Colours by Nations' in Roßhaupten in der Zeit vom 8. bis 15. August vor. Er sieht es als seine Aufgabe an, europäische Künstler aus 15 Nationen ins Gespräch miteinander zu bringen. Sie sollen vom Können der anderen profitieren und ihre Kunst der Öffentlichkeit zeigen. Beim geplanten Abschluss des Roßhauptener Kunst-Symposiums stellen Maler ihre Bilder eine Woche nach dem Ende des Künstlertreffens im Dorfmuseum Roßhaupten zum Verkauf aus. Der Erlös aus dem Bilderverkauf und dem Symposium geht an die 'Kartei der Not', dem Hilfswerk der Allgäuer Zeitung. Damit will Wisman ganz bewusst seinen Dank an die Region aussprechen, die ihm für das Symposium Gastgeber ist.

Aufforderung zum Nachdenken Derzeit sind jedoch Kettensäge, Vorschlaghammer und Brecheisen Wismans Arbeitswerkzeuge. Damit schneidet und schlägt er grobe Konturen aus einem dicken Ulmenstamm. Man kann schon ein Gesicht erkennen. 'Wenn die Skulptur fertig ist, wird sie jeden Betrachter zum Nachdenken auffordern', meint der Bildhauer und Maler. Wisman ist begeistert von dem 'plastischen Holz', mit dem er 'besonderes gut gestalten kann.' Außerdem: 'Ulmenholz wird selten', erinnert Wisman an eine rätselhafte Baumkrankheit. Immer wieder hebt er hervor, dass er den Stamm nicht völlig zur Skulptur umarbeitet. Die volle Stärke wird an verschiedenen Stellen erhalten bleiben. Auch seine glatt-graue Oberfläche soll im Kunstwerk wirken. Erst recht an den Stellen, an denen der 'Buchdrucker', der Holzschädling, seine Spuren hinterlassen hat. Die Aufforderung eines Besuchers, der Bildhauer müsse doch tiefer mit der Säge einschneiden, beantwortet der Künstler bestimmt: 'Ich will den Baum nicht zu tief verletzen'. i Wim Wisman arbeitet an jedem Samstag und Sonntag etwa von 10 - 18 Uhr in der Halle der Firma Klement im Alemannenfed, Roßhaupten. Ab sofort kann ihn jeder bei der Arbeit zusehen und sich mit ihm unterhalten. Die Eingangstür links vom großen Hallentor ist zu diesen Zeiten offen.

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