Der Januar bringt 150 Arbeitslose mehr

Marktoberdorf | rel | Einen großen Sprung nach oben machte die Zahl der Arbeitslosen im Januar: Wie der neuesten Monatsstatistik der Agentur für Arbeit für Marktoberdorf und Umgebung zu entnehmen ist, wuchs der Kreis der Erwerbslosen im mittleren Landkreis um 150 auf 798 Frauen und Männer. Damit kletterte die Arbeitslosenquote von 2,7 auf 3,3 Prozent.

Johann Osterried, stellvertretender Leiter der hiesigen Agentur für Arbeit, hält die Entwicklung aber nicht für beunruhigend: Der Anstiegsei jahreszeitlich bedingt und jedes Jahr um diese Zeit zu beobachten. Vor einem Jahr war die Arbeitsmarktlage mit rund 1000 Arbeitslosen in und um Marktoberdorf weit schwieriger.

330 Personen in der Statistik neu erfasst

Knapp 330 Frauen und Männer meldeten sich im Januar neu arbeitslos. Andererseits fanden nur 183 Menschen wieder Arbeit oder schieden anderweitig aus der Arbeitslosigkeit aus. Im Januar sei eine ganze Reihe von Arbeitskräften in Bau- und Baunebenberufen witterungsbedingt entlassen worden, zeigt der stellvertretende Marktoberdorfer Arbeitsagenturchef Johann Osterried die Gründe für den 'reinen Winteranstieg' auf. Die Situation werde 'erst nach Ostern wieder besser', ist seine Erfahrung.

Zu wenig Information über das Kurzarbeitergeld?

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl wäre kleiner ausgefallen, hätten alle Baubetriebe das 2006 eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld genutzt statt in den kalten, auftragsarmen Wintermonaten Mitarbeiter zu entlassen. Osterried kann sich nicht richtig erklären, warum es immer noch Firmen gibt, die dieses Kurzarbeitergeld nicht nutzen, obwohl sie sich eigentlich an dessen Finanzierung beteiligen. Manchmal liege es aber auch am Arbeitnehmer selbst, weiß Osterried. Jedenfalls müsse die Agentur für Arbeit hier 'noch mehr Aufklärungsarbeit leisten'.

Etwas mehr Männer als Frauen betroffen

Die knapp 800 Arbeitslosen Ende Januar teilten sich in 440 Männer und etwa 360 Frauen auf. Im Vergleich zum Januar 2007 ging die Frauen-Arbeitslosigkeit weit stärker (minus 28 Prozent) zurück als die unter Männern (minus 9,3 Prozent). Jedoch habe nur ein kleinerer Teil der Frauen, die sich aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten, auch eine versicherungspflichtige Tätigkeit begonnen, ist Osterried überzeugt. Die anderen hätten wohl eine geringfügige Beschäftigung angenommen, qualifizierten sich weiter oder aber hätten resigniert.

Nach wie vor sind viele Menschen schon seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit. Dies trifft - rein rechnerisch - auf fast jeden siebten Erwerbslosen zu. Allerdings nahm dieser Kreis innerhalb der letzten zwölf Monate um fast 160 Personen ab. Ein Großteil davon habe wieder Arbeit gefunden, sagt Osterried. Knapp ein Viertel der Erwerbslosen ist 50 Jahre und älter. Die verstärkte Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften hat auch hier zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt. Jedoch sind immer noch fast 180 ältere Frauen und Männer auf der Suche nach Arbeit.

Während die Firmen und Verwaltungen im Dezember der Arbeitsagentur 51 Stellen zur Besetzung gemeldet hatten, waren es im Januar nur 23. Am Ende des Monats standen insgesamt 75 Stellen noch offen.

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