Heimenkirch
Der «Gute Geist» des Paul-Bäck-Hauses

Heinz Kleibel ist der «Gute Geist» des Paul-Bäck-Hauses. Der 68-jährige Rentner stellt seit Monaten seine Tage in den Dienst seiner Heimatgemeinde Heimenkirch als Dreh- und Angelpunkt der Sanierungsarbeiten in dem historischen Gebäude. Als Bürgermeister Markus Reichart ihn fragte, ob er die Bauaufsicht bei dem 970000 Euro-Vorhaben übernehmen wolle, hatte er zwei Bedingungen: «Ich möchte nichts dafür kriegen - und ich will keine Entscheidungen treffen.» Inzwischen hat Kleibel fast 400 Stunden für das aktuell größte Heimenkircher Projekt geopfert: er koordiniert, kontrolliert, dokumentiert, ist Ansprechpartner für die Handwerker ebenso wie für Bürgermeister und Architekt. Und er packt auch mit an, wenn sich - wie am vergangen Wochenende - Freiwillige zu Fronarbeiten treffen.

Der gelernte Maurermeister und ehemalige Geschäftsführer einer Baufirma ist schon ein Stück weit verwachsen mit dem schmucken, alten Haus, das zu einem Zentrum für Vereine, Gruppen und kulturelle Veranstaltungen in Heimenkirch werden soll. Beim Rundgang durch die drei Geschosse weist er auf viele Details hin, erläutert die Vorgehensweise der Handwerker, präsentiert Entdeckungen - eine vermutlich in Drucktechnik bunt gestaltete Decke etwa. Oder den mit blau-grüner Farbe übermalten Kachelofen, der vorerst eingelagert wird, weil kein Geld für die Sanierung vorhanden ist. «Wir suchen noch einen Sponsor», sagt Heinz Kleibel.

Modernes und Historisches

Das Dach ist gedämmt und eingedeckt, die neue Treppe bereits betoniert, der Aufzug eingebaut. Heinz Kleibel hört unter den Leuten im Ort immer auch wieder kritische Stimmen bezüglich der Kosten oder des gläsernen Anbaus auf der Rückseite des Paul-Bäck-Hauses. In seinen Augen ist er freilich die optimale Lösung: «Nur so bekommen wir Licht ins Dachgeschoss.» Modernes mit Historischem zu verbinden ist in seinen Augen durchaus möglich. Kleibel glaubt, dass die Kritiker verstummen werden, sobald das Haus fertig ist. «Wir fahren doch alle gern nach Wangen und Ravensburg, wegen der schönen alten Häuser. Deren Sanierung hat auch mal viel Geld gekostet.»

Verschiedene Handwerker sind derzeit im Paul-Bäck-Haus beschäftigt: Zimmerer, Putzer, Elektriker und Installateure. Vieles ist hier Maßarbeit, denn kaum etwas verläuft gerade in diesem teilweise über 500 Jahre alten Gebäude. So fällt der Boden im Dachgeschoss 40 Zentimeter ab und ein Türstock ist völlig aus dem rechten Winkel.

Die Ausgaben des Baus hat Kleibel, der 24 Jahre im Heimenkircher Gemeinderat saß, immer fest im Blick. Wenn er auch nichts selbst entscheidet, so gibt er doch die wesentlichen Hinweise an Bürgermeister und Architekt, wo Kosten gespart oder auch aus dem Ruder laufen könnten.

Zu Dritt bilden sie quasi die Führungsmannschaft beim Projekt Paul-Bäck-Haus. Kleibel ist für Bürgermeister Markus Reichart als sein «verlängerter Arm» am Bau unersetzlich. Von beiden Seiten ist nur Lob über die Zusammenarbeit zu hören. «Ich hab immer Rückhalt beim Bürgermeister - er hat ein offenes Ohr für meine Vorschläge», sagt Kleibel. Und Reichart erklärt: «Ich halte große Stücke auf Heinz Kleibel. Mit seinem Einsatz und seinem reichen Erfahrungsschatz leistet er unschätzbare Dienste.»

Hunderte von Fotos

Akribisch dokumentiert Kleibel den Baufortschritt. Hunderte von Fotos hat er bereits aufgenommen - Kopien davon erhält das Rathaus. Täglich schreibt er zudem einen detaillierten Bericht über den Arbeitsverlauf auf der Baustelle. So wird im Nachhinein jeder Schritt des Projektes nachvollziehbar sein.

Heinz Kleibel äußert einen schlichten Grund für sein überdurchschnittliches Engagement: «Es macht mir Freude.» So richtig zufrieden aber werde er erst sein, «wenn das Paul-Bäck-Haus mit Leben erfüllt ist.» Allein darauf komme es an.

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