Der Bäcker verzichtet heute auf Süßes

Und der Metzger ernährt sich vegetarisch - Umfrage zum Fasten Westallgäu (bil). Fasten oder nicht -Êdas ist hier die Frage. Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt nach christlichem Glauben die Fastenzeit. Wer es damit genau nimmt, muss heute und am Karfreitag von Fleisch, Süßem, Alkohol und anderen Leckereien die Finger lassen -Êund sich mit dem Genuss auch sonst etwas zurückhalten. Wie gehen damit Menschen um, die diese Köstlichkeiten herstellen.

Markus Holderied, Obermeister der Bäckerinnung Lindau-Westallgäu will sich in der Fastenzeit in Zurückhaltung üben. Normalerweise probiere er den Tag über das eine oder andere süße Stück. 'Ich habe mir vorgenommen, das etwas zurückzufahren', sagt Holderied. Als Grund dafür macht er in erster Linie aber nicht christliche Tugenden verantwortlich, sondern vielmehr seine Waage, verrät der Bäckermeister lachend. Wolfgang Wirth, Juniorchef der gleichnamigen Metzgerei in Oberreute, betrachtet das besondere Fastgebot an Aschermittwoch und Karfreitag als Selbstverständlichkeit. 'Da esse ich kein Fleisch und keine Wurst, das ist ganz klar.' Mit ihm sitzen an diesen beiden Tagen die ganze Familie und die Angestellten der Metzgerei vor vegetarischen Gerichten am Tisch. Die 'fleischliche Zurückhaltung' merkt er auch im Laden. Dort lassen sich heute nur Feriengäste, aber fast keine Einheimischen blicken, spricht Wirth aus Erfahrung. Er selbst will sich bis Ostern auch die Süßigkeiten verkneifen - aus Überzeugung. 'Das ist eine Zeit, in der man auch mal etwas entbehren kann', sagt er. Peter Eckmaier, Küchenchef des 'Hoyerberg Schlößles' in Lindau, sieht das ähnlich. Der gebürtige Lindenberger setzt sich und die fünf anderen Angestellten des Feinschmecker-Restaurants auf Trennkost - und das schon das fünfte Jahr in Folge. Die Fastenzeit nimmt er dazu als Anlass. Als wahre Motivation nennt er persönlich aber - wie Holderied -Êden Blick auf die Waage. Seit er vergangenes Jahr das Rauchen aufgehört habe, seien 15 Kilogramm zusätzlich auf die Waage gekommen. Die will Eckmaier nun wieder los werden. Catherine Duffrin von der Lindenberger Weinhandlung 'Bouquet' bekennt hingegen: 'Ich faste überhaupt nicht.' Sie gönne sich das ganze Jahr über Leckereien, jedoch immer in Maßen. Mit dem christlichen Glauben habe das aber nichts zu tun, denn Duffrin ist nicht gläubig, wie sie sagt. Klassisch: Die Kässpatzen Ob aus Glaubensüberzeugung oder aus Tradition: Den Verkaufszahlen nach zu urteilen ernähren sich viele Westallgäuern heute vegetarisch, wie Dagmar Müller bestätigt. Die Leiterin des 'Baldauf'-Käsekellers spürt das deutlich am Umsatz. Der betrage um Aschermittwoch herum ein Drittel mehr als sonst. Auffallend sei es vor allem beim Reibekäse. Diese klassische 'Kässpatzen'-Zutat werde doppelt so viel verkauft als sonst.

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