Den Zeigefinger locker am Abzug

Der erste Schießversuch unter fachmännischer Anleitung läuft besser als erwartet Heimenkirch (irv). Ein jahrelang zurückliegender Jahrmarktbesuch mit einem missglückten Schuss hatte unsere Redakteurin Iris Voracek vor weiteren Schießversuchen bisher zurückschrecken lassen. Damals war der begehrte Gewinn, ein aus Federn gemachter, lilafarbener Schmetterling zerstört worden. Jetzt hat die 27-Jährige im Schützenverein Heimenkirch (Westallgäu) unter fachkundiger Anleitung einen erneuten Versuch gewagt.

Fast gemütlich wirkt der mit hellem Teppich ausgekleidete Schießstand des Schützenvereins Heimenkirch. Keine Kabinen, an dessen Seiten große Ohrenschützer aufgehängt sind, wie es in Fernseh-Krimis oft gezeigt wird. Auch nach Schmauch riecht es nicht. Auf dem über hüfthohen Absatz, dem eigentlichen Stand liegt ein Holz-Luftgewehr bereit. Die Maserung ist rot durchzogen.'Ich hab mal ein Jugendgewehr mitgebracht. Das ist mit 3,5 Kilo nicht so schwer wie ein Erwachsenengewehr, sagt Gau-Sportleiter Wilfried Hege und öffnet eine kleine Metalldose mit Munition. 'Die sind wie kleine Diavolos geformt, erklärt er, während er ein silbern glänzendes Metallstück zwischen zwei Finger klemmt, unter das Licht hält und ins Gewehr schiebt. 'Hier ist eine mit CO2-Gas gefüllte Patrone angebracht, die für den Druck sorgt. Bei anderen Gewehren muss die Luft zusammengepresst werden, mit einem Hebel, wie man es vom Jahrmarkt kennt', erläutert Hege. Bevor es wirklich losgeht, ist die richtige Haltung wichtig. 'Der Körper muss im rechten Winkel zum Stand sein, die Füße sollten etwa hüftbreit gegrätscht werden, leitet Hege an. Hohe Schuhe seien nicht ganz so ideal, tadelt er mit einem Blick nach unten. Guter Stand in Socken Nachdem die Schuhe in die Ecke gestellt, das Gewehr gegen die rechte Schulter gepresst und das Auge an die Blende gedrückt ist, fällt der Blick durch das 'Diobter', die Glaslinse auf die zehn Meter entfernte Scheibe aus Karton. 'Nicht so verkrampft. Der Zeigefinger muss ganz locker am Abzug liegen', verbessert der Sportleiter. Auch die linke Hand, auf der das Gewehr aufliegt, ist noch nicht richtig in Position. 'Den Arm an die Hüfte stemmen - das Gewehr muss wie auf einem Brett liegen', gibt Hege vor. Im Ringkorn des Gewehrs taucht die Wettkampfscheibe mit den schwarzen Ringen auf. Der Knall (eher ein lauteres Plopp), auf den die Schützin noch gar nicht vorbereitet war, lässt ihr ein peinlich berührtes 'Hoppla' entfahren. Immerhin trifft die Kugel auf die Scheibe, wenn auch nicht ins Schwarze.'Jetzt fehlt nur noch die richtige Atmung', sagt Hege, während er das Gewehr wieder lädt. 'Ein- bis zweimal ein- und ausatmen. Beim nächsten Mal nur zu zwei Drittel aus - und Schuss. In dieser Phase ist man am ruhigsten', erklärt er. Das Gewehr wieder gegen die rechte Schulter gedrückt, ist die Anfängerin ganz auf das Atmen konzentriert, bevor es ein zweites Mal knallt. Zu aller Verwunderung genau in die Mitte. Ein echtes 'Blattl', wie der Profi es nennt und der stolzen Schützin eine leichte Röte ins Gesicht treibt. Die Maschine wertet kurze Zeit später einen 9,9-Teiler aus. Die weiteren Versuche enden mit eher mittelmäßigen Ergebnissen im schwarzen Bereich. Doch für zukünftige Jahrmarktbesuche fühlt sich unsere Redakteurin nach dieser fachmännischen Einweisung nun gut gerüstet.

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