Wald / Hawaii
Den «weltgrößten» Berg hochgestrampelt

«Erst im Flieger nach Hawaii habe ich gelesen, dass dort auf der Hauptinsel der größte Berg der Erde steht», erzählt Martin Ammersinn. Erst dann sei er auf die Idee gekommen, besagten Berg, den «Mauna Kea», hochzuradeln. Den größten Berg? «Gut, der Mount Everest mit 8848 Metern über der Erde ist der höchste Berg», gibt Ammersinn zu: «Allerdings liegt der Mauna Kea 4206 Meter über und 5050 Meter unter der Erde.»

Als er das im Reiseführer las, habe er Lunte gerochen, sagt der 35-jährige Physiotherapeut aus Wald, der seit mehr als zehn Jahren Radmarathons für das Team Buhler fährt und mit einem Kumpel Alpenüberquerungen und Leistungsdiagnostik anbietet («2Radfreunde»). Und das, obwohl Ammersinn nicht an einen Sporttrip gedacht und seine Radklamotten daheim gelassen hatte - von seinem Mountainbike mit Carbonrahmen ganz zu schweigen. «Im November war die Saison vorbei und ich wollte eigentlich mit meiner Freundin ganz normal in Urlaub fahren.» Geplant war, mit Rucksack und Jeep vier hawaiianische Inseln zu erkunden: Unterkünfte und Flüge waren gebucht.

Aber für ausgefallene Sachen sei er immer zu haben, meint der Walder, der auch schon spontan an einem Tag zum Gardasee radelte. Sein Erlebnis auf Hawaii will er nicht als sportliche Glanztat verstanden wissen. «Die Idee hat mich einfach gefesselt: mit dem Rad auf den größten Berg der Welt, wo sich noch dazu die weltweit größte, wissenschaftlich genutzte Sternwarte befindet.»

Gesagt, getan: Er lieh sich ein Mountainbike aus, radelte 75 km bergauf und bezwang so die 4206 Höhenmeter bis zum Gipfel des Berges, eines Vulkans. Eine Leistung war das aber schon: Mit Turnschuhen, ohne Klickpedale, mit einem Stahlrad («desolate Bremsen, 15 Jahre alt und 15 Kilogramm schwer») radelte er um 5 Uhr früh hawaiianischer Ortszeit los.

Bei Dunkelheit ging es durch den Regenwald; dann durch eine Lavawüste, rechts und links nur schwarze Lavafelder. «Die Schwierigkeit war, das allein zu machen, den inneren Schweinehund zu überwinden - trotz der Mondlandschaft», sagt der Walder. Mittags um halb eins - nach sechseinhalb Stunden Radfahren und einstündiger Pause - hatte er es geschafft. Und der Gipfel entschädigte ihn für die Strapaze: «Über dem Wolkenmeer zu sein bei plus fünf Grad und ganz reiner Luft, das war schon was ganz Schönes», schwärmt Ammersinn.

Der höchste Berg der Erde war nicht sein einziges Raderlebnis: Als Physiotherapeut betreute er unter anderem schon das deutsche Bahnrad-Nationalteam der Frauen im Trainingslager in Andalusien sowie auf Mallorca. Weitere Radabenteuer werden sicher folgen: Als freiberuflicher Physiotherapeut ist er da zeitlich flexibel, betont der 35-Jährige.

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