Füssen
Den Erfolg vor Augen

Von wegen Model oder Tierärztin: Franziska Albl hat keinen typischen Mädchentraum. Dafür einen ganz anderen. Die 14-jährige Torhüterin des EV Füssen will im Jahr 2014 bei den Olympischen Spielen auf dem Eis stehen. Für diesen Traum bringt sie schon jetzt ein großes Opfer: ihre Freizeit. Montag Torwarttraining, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Training für den EV Füssen, am Freitag für den ECDC Memmingen, am Samstag ein Spiel für Füssen und am Sonntag eines für Memmingen.

«Viel Freizeit bleibt mir dann nicht mehr.» Dennoch: «Es macht mir einfach Spaß und das gleicht alles wieder aus», erklärt die 14-Jährige. Denn sie will im Eishockey etwas erreichen. Nationalmannschaft, Olympia und vielleicht eine Karriere in den USA. Träumereien einer 14-Jährigen? Mitnichten, denn ihr großes Vorbild Jennifer Harß hat ihr gezeigt, dass auch ein Mädchen aus Füssen genau diesen Weg gehen kann. Harß spielte bei den Olympischen Winterspielen in Turin und schaffte den Sprung über den großen Teich. Zurzeit steht die 22-Jährige für die Minnesota-Duluth-Bulldogs auf dem Eis - als Keeper.

Und während mancher Zuschauer schon zusammenzuckt, wenn der Puck einmal gegen die Plastikscheibe knallt, steht Franziska felsenfest im Tor, wenn die schwarze Scheibe direkt auf sie zufliegt. Angst? Nein. «Wenn man von klein auf zugeschossen wird, hat man sicher keine Angst mehr», so Franziska. Und sie weiß, wovon sie spricht. Denn selbst nach einem Schuss ihres großen Bruders - er kostete sie einst vier Milchzähne - blieb sie dem Eishockey treu. Ihr Bruder Johannes Albl, der für den ERC Lechbruck in der Landesliga aufläuft, war es auch, der ihr durchs Fieseln am Hopfensee den Hockeysport schmackhaft machte.

Mit vier Jahren ging Franziska zu den Leopardinos - und machte sich einen Namen: Mitglied im Bayernkader, mehrere Auszeichnungen als beste Spielerin sowie einige Turniersiege. Davon zeugen unzählige Medaillen, Pokale und Urkunden in ihrem Zimmer. Aber ist es schwer, sich als Mädchen im Eishockey zu behaupten, unter vielen Jungs? «Mit meiner Mannschaft überhaupt nicht, die kenne ich ja schon von klein auf und komme super mit allen aus. Nur von den Gegnern kommt öfters mal ein Spruch.»

Abschluss steht vor der Tür

Und fern ab der Eisfläche? Da will die Hauptschülerin dieses Jahr ihren Abschluss machen - und ein zehntes Schuljahr oben drauf packen. Was danach kommt, ist offen. Hauptsache aber ist: «Es bleibt noch genug Zeit für Eishockey.»

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