Allgäu
«Den eigenen Lebensstil neu bewerten»

Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, nun mache ich etwas Neues. (Jesaja) Kempten Es ist die Hoffnung auf etwas Neues, die die meisten der 60 Frauen bewegt - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Beim Aschermittwoch für Frauen des Katholischen Frauenbunds im Pfarrsaal St. Lorenz gibt es vier verschiedene Stationen. Die meisten Teilnehmerinnen gehen zu jener, die den Aufbruch symbolisiert.

Für die sieben Wochen dieser Fastenzeit bietet der Frauenbund ein Programm an, das nicht in das gewohnte Schema von Fasten, also dem Verzicht auf Annehmlichkeiten passt. Der Akzent wird vielmehr darauf gesetzt, eigene Lebens- und Konsumgewohnheiten in Frage zu stellen und neue Verhaltensweisen einzuüben. Im Kern geht es darum, umzudenken - was den eigenen Lebensstil betrifft, die Beziehungen zueinander, aber auch die Lebensbedingungen auf der Erde.

Im Pfarrsaal führt eine Bibelstelle von Jesaja zum Thema hin. Diplom-Theologin Dr. Ursula Schell, Geistliche Begleiterin des Frauenbunds im Diözesanverband Augsburg, symbolisiert mit verschiedenfarbigen Tüchern den Text: Schwarz und Braun stehen für Fesseln und Gefangensein, ein schwarzer Schal durchs Blau bedeutet den Weg, der durchs Meer führt, grüne Tücher und eine keimende Hyazinthe versinnbildlichen Aufbruch, Frühling, das Neue.

Inge Martin (65), seit 16 Jahren im Frauenbund, kommt in solch meditativer Atmosphäre mit viel Raum und Zeit für sich selbst zum Nachdenken. «Eine gute Sache», meint sie. Sie stellte sich bei den Symbolen zum «Weg durchs Wasser», der in ihren Augen aus Ängsten herausführt zu einem neuen Weg, den es zu finden gelte. Auch die noch kommenden Themen Klimaschutz, ökologisches Haushalten und ein Frühstück mit muslimischen Frauen liegen ihr am Herzen. Sie will «nicht sieben Wochen ohne etwas leben, sondern sieben Wochen mit Sinn erfüllen».

Von einem «gelungenen Start in die Fastenzeit» spricht Theresia Barmetler, die dem Frauenbund der Pfarrei St. Hedwig angehört. Regelmäßig hat sie über Jahre heilgefastet und dies als große Bereicherung empfunden. Die Bandbreite der Themen in den kommenden Wochen spricht sie an, wahrnehmen will sie auf jeden Fall die Meditationen an jedem Montag (8.

30 Uhr, Pfarrsaal St. Hedwig, ab 1. März auch um 18.30 Uhr), denn dabei finde sich immer ein Satz, über den es sich lohnt, nachzudenken.

Für sich zieht sie aus der Bibelarbeit die Erkenntnis, dass das Loslassen von dem, was früher war, zwar wichtig ist. Dennoch könnten schöne Erinnerungen bewahrt werden und die Gewissheit, dass schweren Zeiten auch gute folgen.

Den beiden Frauen und den vielen anderen gefällt neben dem tiefgründigen Nachdenken aber auch etwas ganz Handfestes: «Man lernt viele interessante und nette Frauen kennen, jede mit eigenen Ausgangspunkten, die spannend sind.»

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