Den Bürger mehr einbinden

Von Verena Kaulfersch | Weiler-Simmerberg Es gibt einen zweiten Anwärter auf den Bürgermeister-Posten in Weiler-Simmerberg: Günther Schmidt geht als Bürgermeisterkandidat der CSU ins Rennen. Schmidt wurde auf den Posten aufmerksam, als er beim Blättern im Staatsanzeiger für Baden-Württemberg auf eine Anzeige stieß. Nun möchte er Amtsinhaber Karl-Heinz Rudolph (Freie Wähler) nachfolgen, der ebenfalls kandidiert.

Bei den darauffolgenden Treffen mit dem Vorstand des CSU-Ortsverbands stimmte die Chemie und so soll der 49-Jährige heute abend offiziell nominiert werden. Dass Schmidt parteilos ist, war nach seinen Worten kein Hindernis. Der Mann aus Esenhausen, einem Ortsteil von Wilhelmsdorf (bei Ravensburg), meint: 'In einer Gemeinde in der Größenordnung von Weiler hat Parteipolitik nichts verloren. Da geht es um das Wohl der Bürger und das Fortkommen der Gemeinde.'

Zwar betätigte sich Schmidt bislang nicht in der Kommunalpolitik, dennoch ist der Kontakt zu Bürgermeistern und Gemeinderäten sein 'täglich Brot'. Der 49-Jährige hat ein Kommunalberatungsunternehmen, das Städten, Gemeinden und Zweckverbänden in Finanz- und Organisationsfragen zur Seite steht. Sollte Schmidt Gemeindechef werden, wird er sein Unternehmen aufgeben - eine 'durchaus schwere Entscheidung' für den dreifachen Vater. Das Bürgermeisteramt aber sei sein 'beruflicher Lebenswunsch: Bei meiner jetzigen Arbeit fehlt mir der Kontakt zum Bürger.' Zudem gefalle ihm das Tätigkeitsfeld eines Bürgermeisters, das im Vergleich deutlich umfassender sei und mehr Möglichkeiten biete, zu gestalten.

Dass sich diese Chance gerade in Weiler auftut, war für Schmidt ein Plus: 'Weiler hat mir früher schon gefallen, wenn wir bei Ausflügen vorbei gekommen sind. Es ist ein schöner Ort und die Leute hier in der Region sind bodenständig.'

Heimat ist dem 49-Jährigen wichtig: So setzte er nach seiner Zeit als Referent im sächsischen Innen- und Umweltministerium in Dresden dort nicht seine Laufbahn fort, sondern kehrte zurück: 'Ich hatte keine Probleme mit den Menschen oder der Mentalität, aber es ist einfach nicht die Heimat.' Gut vorstellen kann sich Schmidt dagegen, nach Weiler zu ziehen. Für seine täglichen Spaziergänge gegen 6.30 Uhr - 'vor dem Frühstück ist das genau das Richtige' - eignet sich die Umgebung allemal. Weil auch die Familie ihn unterstützt, geht Schmidt mit gestärktem Rücken in den Wahlkampf.

Sollte er gewählt werden, ist eines von Schmidts Hauptanliegen, gegen die Politikverdrossenheit anzugehen: 'Die Bürger müssen mehr einbezogen werden. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass sie eh nichts bewirken können.'

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