Dem Debütanten gelingt ein Parforceritt

Von Helmut Dietz | Ottobeuren Als Debütant auf Anhieb zum Sieg: Tom Andres, Justizvollzugsbeamter aus Ottobeuren, hat das 'Pirena', ein prestigeträchtiges Schlittenhunde-Etappenrennen durch die Pyrenäen, mit seinen 14 Vierbeinern gewonnen.

Die Medienberichterstattung in Spanien über dieses Rennen, eine Art Rallye Dakkar im Schnee, war riesengroß. 'Ich habe noch nie so viele Fernsehkameras während des Rennens und nach dem Rennen um mich herum gehabt. Teilweise haben uns sogar Kameras im Helikopter dicht über uns kilometerlang verfolgt', sagt Tom Andres über das außergewöhnlichste Rennen, das er in seiner 13-jährigen Karriere als Schlittenhundesportler erlebte und über seinen größten Triumph.

Die Siegerehrung im noblen La Molina war der krönende Höhepunkt der aus 14 Etappen bestehenden Rennserie. Vor Tausenden Zuschauern wurden die Sieger der verschiedenen Kategorien auf die Bühne gerufen und gefeiert. Und ganz oben stand der Ottobeurer mit seinem Leithund 'Conan', im Hintergrund liefen die spektakulärsten Rennszenen des 'Allgäuer Bergexpress', wie er in der Schlittenhundeszene inzwischen genannt wird, ab. Last not least musste sich der erfolgreiche Unterallgäuer eine Champagnerdusche aus der Drei-Literflasche als Abschluss der Siegesfeier von seinen Konkurrenten Iker Ozcoidi aus Spanien und Graeme Scott aus Schottland gefallen lassen.

Dabei hatte es am Anfang gar nicht so gut ausgesehen. Andres fuhr die erste Etappe mit nur acht seiner Schlittenhunde, weil er bei den nächsten Rennen auf frische Hunde zurückgreifen wollte. 'Die Favoriten haben aber bis zu zwölf Hunde eingespannt und haben gleich losgelegt, als ginge es um alles', erinnert sich der Champion aus Ottobeuren an die erste Etappe der Rallye durch die Pyrenäen, die er nur als Vierter mit über vier Minuten Rückstand auf den Ersten beendete.

'Dann lief es aber immer besser und als ich fast drei Minuten Vorsprung herausgefahren hatte, konnte ich auch die berühmt-berüchtigte Nachtetappe in Andorra auf einer steilen Skipiste von 'El Tarter' auf Sicherheit fahren. Aber die eineinhalb Minuten Vorsprung, die mir vor der letzten Etappe blieben, haben mir dann doch einige Sorgen gemacht' schildert der 'Prinea'-Sieger aus Ottobeuren die Situation vor der alles entscheidenden Etappe.

Dort habe er auf seinen erfahrenen und wichtigsten Hund im Team gesetzt, seinen Leithund 'Conan'. Der hat alle 360 Grad-Kurven und eine entscheidende Abzweigung zur zweiten Runde auf der Rennstrecke bravourös gemeistert. 'Beim letzten Rennen haben meine beiden wichtigsten Konkurrenten alles gegeben, um uns noch abzufangen. Aber ich habe ihnen über eine Minute abgenommen', beschreibt der Ottobeurer die letzte Etappe. Der Schotte Graeme Scott, selbst ein Ausdauersportler mit zahlreichen Marathon- und Triathlon-Erfolgen, brach nach der kurvigen und hügeligen finalen Etappe kurz nach der Ziellinie völlig erschöpft zusammen.

'Wenn zu meinem Futter-Sponsor und dem Schlittenhunde-Sponsor aus Tirol noch weitere Unterstützer kommen würden, könnte ich mir auch vorstellen, meinen Titel im nächsten Jahr in den Pyrenäen zu verteidigen', sagt der frisch gebackene Champion. Und sein Leithund 'Conan' sieht dabei so cool aus, als wolle er sagen: 'Von mir aus, ich bin dabei!'

Weitere Informationen unter

www.pirena.com und www.musherzeitung.de

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