Immenstadt
Das Schloss als Begegnungsstätte

Das Immenstädter Schloss soll sich mit neuem Leben füllen - und das, was jetzt drin ist, soll auch drin bleiben. Das ist in wenigen Worten ausgedrückt das, was Investor Peter Seitz mit dem Gebäude vorhat. Der Waltenhofener Geschäftsmann («Seitz Investments») hat das Schloss für einen symbolischen Euro von der Stadt gekauft und möchte es nun weiterentwickeln und weitersanieren.

Keine leichte Aufgabe, schon gar nicht finanziell: Vorsichtig ausgedrückt müsse man mit mindestens drei Millionen Euro für die Sanierung rechnen, sagt Seitz. Bei so einem Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, müsse man außerdem davon ausgehen, dass «noch manche Überraschungen drin stecken», wie Bürgermeister Armin Schaupp zu Bedenken gibt. Von einem «Schnäppchen» wollen die beiden folglich nicht sprechen. Seitz hat der Stadt außerdem eine nicht näher benannte Entschädigungssumme für die «gute Planlage» und die geleistete Vorarbeit bezahlt.

Im nächsten Jahr will man mit den Bauarbeiten beginnen, dabei aber das Jubiläumsfest der Stadt im Blick behalten. Während der Feierlichkeiten soll das Gebäude am Marienplatz keinen unschönen Baustellen-Anblick bieten, verspricht Seitz. Geplant sind zum einen bauliche Sanierungsarbeiten etwa am Dach, der Fassade und den Fenstern.

Zum anderen hat Seitz strukturelle Veränderungen im Visier: Das Gebäude soll offener werden, viele Eintrittsmöglichkeiten bekommen und zu einer «Begegnungsstätte» werden. Genaueres möchte der Investor noch nicht sagen, denn zunächst müsse er prüfen, was überhaupt machbar ist, sagt er. Wichtig sei ihm, dass sowohl Gäste als auch Einheimische den Weg ins Schloss finden und ihm Leben einhauchen. Er spricht von einem «Nutzungsmix».

Bürgermeister Schaupp ist glücklich, dass sich ein Investor gefunden hat, der «sorgfältig mit der Immobilie umgeht.» Eine Kommune müsse sich auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren und könne froh sein, wenn sie Objekte wie dieses in private Hände abgeben kann.

Über eine Erbpachtlösung habe man nie diskutiert, so der Bürgermeister, denn das stehe bei einem Objekt, dessen wirtschaftliche Rentabilität völlig ungewiss ist, außer Frage. Da brauche man jemanden, der Enthusiasmus hineinsteckt. Peter Seitz scheint der Richtige dafür zu sein: «Meine Leidenschaft sind Immobilien», sagt der Geschäftsmann, der in Immenstadt geboren ist. Das Schloss sieht er als «schöne Herausforderung.» Er hat extra eine Tochterfirma gegründet: Die «Stadtschloss Immenstadt GmbH & Co. KG.»

Genutzt werden soll künftig auch der Innenhof. Das Vermessungsamt und die Tourist-Information sollen ebenso bleiben wie der Veranstaltungsraum im Schloss-Saal - dorthin soll dann ein Aufzug führen. Überhaupt soll das Gebäude insgesamt behindertenfreundlicher werden, erklärt Seitz.

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