Westallgäu
Das Salz geht zur Neige

In Heimenkirch wird das Salz knapp. Gestern hat sich die Marktverwaltung mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit gewandt, um auf die in den kommenden Tagen möglicherweise eingeschränkte Streuung hinzuweisen. Auch andere Kommunen im Westallgäu haben mit Lieferengpässen zu kämpfen, wie eine Umfrage ergab. Allerorts wird das Salz derzeit sparsam dosiert.

In der Stadt Lindenberg war es in der vergangenen Woche so weit: Die Salzvorräte in den Silos gingen zur Neige, und der Bauhof wartete vergeblich auf die schon lange bestellte Nachlieferung. «Am Wochenende haben wir deshalb etwas sparsamer Salz eingesetzt,» erklärt Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann. «Was sollen wir auch anderes tun? Wenn das Salz aus ist, müssen wir Split verwenden.» Gestern nun endlich hat eine Fuhre Salz die Bergstadt erreicht. Kurt Kirschenmanns Spardevise gilt trotzdem weiter. «Wir bestellen zwar sofort nach, aber heuer gibt es keine definitive Terminzusage für Lieferungen.» Ein Engpass könne also jederzeit wieder eintreten.

Siegfried Kretz vom Bauhof Heimenkirch behilft sich indes mit kleineren Mengen Salz, die er von der Nachbargemeinde Röthenbach ausleiht. Vor über einer Woche hat er Streusalz bestellt. Wann es geliefert wird, weiß er noch nicht - «sicher nicht mehr in dieser Woche». Einstweilen wird vor allem im Hauptort Salz eingesetzt, im Außenbereich von Heimenkirch nur an gefährlichen Stellen.

Die beiden Salzsilos der Gemeinde Hergatz sind bereits seit zwei Wochen leer. Einmal konnte Bauhofleiter Hubert Biggel eine geringe Menge Salz bei der Straßenmeisterei Lindenberg ausleihen. Inzwischen behilft sich die Gemeinde mit Sackware, die sie bei der BayWa kauft - erheblich teurer natürlich als das lose Salz. In Hergatz heißt es deshalb laut Bauhofleiter Biggel: «Nur noch das Allernötigste streuen.

» Biggel hofft, dass er in dieser Woche die Lieferung bekommt, die er vor über drei Wochen bestellt hat.

Der Markt Weiler-Simmerberg hat laut Helmut Merath vom Bauamt keinerlei Probleme mit den Salzvorräten. «Sie reichen sicher noch drei bis vier Wochen», sagt er. Außerdem sei neues Salz bestellt und die Lieferung auf Mitte Februar zugesagt.

Die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen werden auf absehbare Zeit gut gestreut sein. Obwohl Klaus Holuk, Sachgebietsleiter Betriebsdienst vom Staatlichen Bauamt Kempten, auch von den aktuellen Lieferschwierigkeiten der Salzindustrie weiß, ist er für den Landkreis Lindau zuversichtlich. «Die Lager sind voll. Wir sind gehalten, mindestens bis Ende Februar alle Hallen gefüllt zu haben. Das heißt, wir bestellen ständig nach.

» Da die Abnehmer nach Prioritäten - beginnend mit den Autobahnen - beliefert werden, erhält die Straßenmeisterei in Lindenberg noch Salz, wenn Kommunen möglicherweise schon von den Lieferanten vertröstet werden.

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