Allgäu
«Das Quälen gehört dazu»

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Sportler aus 81 Nationen kämpfen derzeit in Vancouver in Kanada um olympisches Gold, Silber und Bronze. Die Buchloer Zeitung blickt in einer losen Serie in den kommenden Wochen mit hiesigen Experten hinter die Kulissen des Wintersports.

Weinhausen «Wenn ich bei Neuschnee und Sonnenschein draußen auf meinen Ski unterwegs bin, ist das einfach eine Wohltat für die Seele.» Die Worte von Regina Fuchs klingen wie ein Kredo, ihre Augen leuchten bei jeder Silbe. Die 61-Jährige - die in und um Buchloe jeder nur als «Gina» kennt - ist Sportlerin durch und durch, mit jeder Faser ihres Körpers. Und sie weiß, wovon sie redet.

Im Jahr 1987 begann die begeisterte Triathletin, die schon beim Iron-Man auf Hawaii startete, mit dem Langlauf - inspiriert durch die Buchloer Ausdauersportserie, wie sie erzählt. Seither wurde die 61-Jährige in der freien Technik über zehn und 20 Kilometer mehrmals Bayerische und Deutsche Seniorenmeisterin.

Ihren größten Erfolg feierte die Weinhausenerin jedoch im vergangenen Jahr, als sie mit der Deutschen Seniorinnen-Staffel bei der Weltmeisterschaft im französischen Autrans die Goldmedaille gewann. «Es war schon ein tolles Gefühl auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen und die deutsche Nationalhymne zu genießen», so Fuchs.

Bis zu vier Mal pro Woche für rund zwei Stunden schnallt die pensionierte Grundschullehrerin im Winter ihre Langlaufski an - egal ob Schneefall, Regen oder Eiseskälte. Disziplin sei wichtig, betont Fuchs, auch wenn sie auf Trainingspläne lieber verzichtet.

«In der Regel trainiere ich, wie ich Lust habe. Der Spaßfaktor steht im Vordergrund - auch wenn es für Außenstehende nicht unbedingt so aussieht.»

Perfekte Regeneration

Doch worin genau liegt der Spaßfaktor einer Sportart, die dem Athleten vorrangig Disziplin und Anstrengung abverlangt? «Ich genieße die Stille und Einsamkeit. Nach der Schule war das einfach die perfekte Regeneration», berichtet Fuchs über die Wurzeln ihrer Begeisterung. Am Langlaufen, sagt sie, liebe sie vor allem «das Gefühl des Dahingleitens». Das Quälen gehöre dabei dazu - auch, wenn sie sich heute nicht mehr so verausgaben könne, wie früher. «Grundsätzlich finde ich das Gefühl sich anzustrengen, sehr befriedigend. Und wenn man hinterher weiß, was man geschafft hat, entschädigt das für alle Anstrengungen.»

Grenzen ausloten

Ans Aufhören denkt Fuchs dabei noch lange nicht. Solange sie gesund sei, werde sie weiter an Wettkämpfen teilnehmen und ihre Grenze ausloten. Die nächste Herausforderung steht dabei schon wieder vor der Tür: Am Wochenende startet Fuchs bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Schweden. Vielleicht sogar bei Neuschnee und Sonnenschein.

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