Kempten
Das Projekt selbst steht nicht in Frage

Zwar trugen mehrere Bürger ihre Befürchtungen zu möglichen Störungen vor, doch das Jugendgästehaus selbst wurde kaum in Frage gestellt. «Ich habe das Gefühl, dass wir das Projekt gut gestalten können», bilanzierte Oberbürgermeister Dr.Ulrich Netzer nach einer Bürgerinformation im Franziskushaus. Wenn der Stadtrat im April grünes Licht gebe, werde noch im Frühjahr mit dem Bau begonnen, so Baureferentin Monika Beltinger.

Rund 100 Bürger interessierten sich am Dienstagabend für die Entwicklung auf dem Gelände des 2003 abgerissenen Hallenbades. Von Störungen durch Küchengeräusche bis hin zu Lärm bei sportlichen Aktivitäten auf der südlich vorgelagerten Wiese reichten ihre Bedenken, wobei der OB gleich entschärfte: «Wir haben dort keine festen Sporteinrichtungen vorgesehen.»

Die Gefahr von herum lungernden Jugendlichen, womöglich noch betrunken, ist für Gernot Reitmaier vom österreichischen Betreiber «Jugend & Familiengästehäuser» (JUFA) «äußerst gering». Das komme in den bestehenden Häusern so gut wie nie vor. Im Übrigen reisten die Kinder- und Jugendgruppen mit festen Betreuern an. Die JUFA-Hausleitung wolle gute Nachbarschaft und würde sofort eingreifen.

Das von einem Zuhörer geforderte allgemeine Alkoholverbot hielt Reitmaier nicht für praktikabel. Man habe ja mit den Familien und Betreuungspersonen auch etliche Erwachsene im Haus. Natürlich werde an Kinder und Jugendliche kein Alkohol ausgeschenkt.

Anreise hinter einer Wand

Dem befürchteten Lärm bei An- und Abreise habe man, so Baureferentin Monika Beltinger, durch eine 2,80 Meter hohe Schallschutzwand zwischen dem westlichen Nebengebäude und der Tennishalle vorgebeugt. Dahinter und auch noch vom westlichen Anbau abgeschirmt, seien die Busse zu bedienen.

Immissionsgutachter Werner Buchner und Baureferentin Monika Beltinger bestätigten, dass das Umfeld des Jugendgästehauses als «reines Wohnbaugebiet» gelte. Mit der Konsequenz, dass vor allem zwischen 22 und 6 Uhr die strengsten Schallschutz-Richtlinien gelten.

Bauherr ist das Kemptener Kommunalunternehmen (KKU). Die Investitionssumme liegt bei 6,5 Millionen Euro. Architekt Walter Jartschitsch erläuterte das dreigeschossige Gebäude. Die Einrichtung werde ans Fernwärmenetz angeschlossen, die Bauweise gehe Richtung Passivhaus.

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