Buchloe / Regensburg
«Das Niveau ist extrem hoch»

Sebastian Gilg hat es geschafft, wovon viele junge Kicker träumen. Seit einem halben Jahr spielt der Buchloer mit dem U19-Team des SSV Jahn Regensburg in der deutschen Fußball-Bundesliga. Gegen den FC Bayern München, Eintracht Frankfurt und den VfB Stuttgart. Und dabei konnte der 18-Jährige, der das Fußballspielen beim heimischen FC gelernt hat, bisher voll überzeugen. Vor dem Start der Rückrunde am 14. Februar hat sich die Buchloer Zeitung mit dem angehenden Abiturienten über seinen Wechsel in die Domstadt unterhalten.

In der Bundesliga ist alles schneller, besser und professioneller - das waren Ihre Worte vor dem Wechsel im Sommer. Haben sie sich bewahrheitet?

Gilg: Das würde ich auf jeden Fall unterzeichnen. In der Bundesliga kann man sich praktisch keinen Fehler mehr erlauben, jede Kleinigkeit wird sofort bestraft. Das Niveau in der Liga ist ausnahmslos extrem hoch - sowohl bei den Mannschaften, als auch den einzelnen Spielern.

Kraft und Kondition

Zuvor haben Sie beim SSV Ulm in der Oberliga gespielt. War die Umstellung zum Oberhaus groß?

Gilg: Der größte Unterschied ist das Tempo. Man hat nie viel Zeit zur Ballannahme und muss permanent in Bewegung sein. Dafür braucht man natürlich Kraft und Kondition. Da ich aber in Ulm physisch bereits zu den Besten gehört habe, ist mir die Umstellung nicht sehr schwer gefallen.

In den zwölf Spielen der Hinrunde haben Sie ein Tor erzielt - was für einen Offensivspieler nicht unbedingt ein Paradewert ist -, sind aber auch nur zweimal vorzeitig ausgewechselt worden. Sind Sie mit ihrer Entwicklung zufrieden?

Gilg: Klar hätte ich zwei oder drei Tore mehr machen können. Eigentlich bin ich aber auch so sehr zufrieden. In der Winterpause hatte ich mehrere Gespräche mit den Verantwortlichen des Vereins und unserem Trainer, die mir alle ein großes Lob ausgesprochen haben.

Ich merke, dass ich mich weiterentwickle, vor allem spielerisch. Das Training hier bringt mir sehr viel.

Bei Ihrem Team lief es hingegen alles andere als gut. Mit sieben Punkten steht der Jahn derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz

Gilg: Wir waren in der Hinrunde im Torabschluss meist nicht abgeklärt genug und haben im Spielaufbau viele Fehler gemacht. Dennoch denke ich, hat der Kader das Potenzial, in der Bundesliga zu bleiben. Es ist noch alles drin.

Neben dem Fußballspielen besuchen Sie in Regensburg ein Gymnasium. Wie sieht denn eine klassische Woche bei Ihnen aus?

Gilg: Da ich in ein paar Monaten mein Abitur mache, habe ich derzeit nicht mehr so viel Unterricht. Bisher war es jedoch immer so, dass ich vormittags und an zwei Nachmittagen in der Schule hatte. Zwei- bis dreimal die Woche gehe ich danach ins Fitnessstudio, an sechs Tagen haben wir abends ein zweistündiges Training.

Während der Vorbereitung sind wir oft auch zweimal täglich auf dem Platz gestanden. Am Wochenende ist es so, dass, wenn wir sonntags auswärts spielen, wir meist schon am Samstagmittag nach dem Training losfahren. Wir verbringen die Nacht dann meist am Ort im Hotel, um am nächsten Tag richtig entspannt und erholt ins Spiel gehen zu können.

Bleibt da überhaupt noch Freizeit? Zumal Regensburg als Studentenstadt für sein tolles Nachtleben bekannt ist

Gilg: Tatsächlich ist mein Leben momentan wesentlich entspannter, als es noch vor einem Jahr war, als ich nach der Schule zum Training immer nach Ulm pendeln musste. Allerdings bin ich während der gesamten Hinrunde kein einziges Mal weggegangen. Wenn man am Freitagabend weggeht, ist man selbst am Sonntag oft noch übernächtigt und nicht zu einhundert Prozent fit. Auch, wenn man keinen Alkohol trinkt - was ich übrigens generell nie tue. Wenn meine Mannschaftskollegen dann manchmal ausgehen, bleibe ich lieber zu Hause und schlafe aus. Das ist einfach meine persönliche Einstellung.

Für die dritte Liga empfehlen

Das klingt sehr professionell. Da scheint es ja nur eine Frage der Zeit zu sein, bis man Sie in der Bundesliga kicken sieht

Gilg: (lacht) Mein Traum ist das auf jeden Fall. Nächste Saison bin ich zu alt, um weiter in der U19 spielen zu dürfen. Ich hoffe daher, dass ich dann meine Chance bei den Regensburger Herren in der dritten Liga erhalte. Das ist mein mittelfristiges Ziel. Aber wo genau ich nächste Spielzeit spielen werde, wird sich zeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019