Das Millionengrab Lindenberger Klinik

Privatisierungsgegner glauben, dass Landkreis dort viel mehr Geld reinsteckt als in seine eigene Klinik Lindau (dik). Die Gegner der Teilprivatisierung des Lindauer Kreiskrankenhauses fahren schwere Geschütze auf. Das Haus stehe kurz davor, schwarze Zahlen zu schreiben. Trotzdem soll der Betrieb aus Kostengründen verkauft werden, während sich die Lindenberger Klinik für den Landkreis als Millionengrab erwiesen habe, monieren sie.

Für Kreisrat Lothar Höfler liegt hier das eigentliche Problem: 'Da fließen Millionen nach Lindenberg - und Lindau wird zugemacht. Das ist doch absurd.' Das Lindenberger Dr.-Otto-Geßler-Krankenhaus gehört nicht dem Landkreis, sondern der Schwesternschaft München des Bayerischen Roten Kreuzes. Der Landkreis ist vertraglich verpflichtet, ein Defizit aufzufangen. Inzwischen haben sich Landkreis und Schwesternschaft auf die Auflösung dieses Vertrags geeinigt. Altlandrat Klaus Henninger betont, dass das Lindenberger Krankenhaus dadurch viel größeren Anteil am Schuldenberg des Landkreises hat als das Lindauer. Er fordert seinen Nachfolger Dr. Eduard Leifert auf, bei der bayerischen Staatsregierung Extra-Gelder locker zu machen. 'Dann können wir noch ein oder zwei Jahre warten, um aus der Bredouille herauszukommen.' In Henningers Augen steht das Lindauer Krankenhaus kurz vor der Ertragswende, dank der neuen urologischen Abteilung und eines neuen Chefarztes. Professor Hartwig Lorenz-Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Teilprivatisierung, warnt vor der Gefahr, dass der private Krankenhausbetreiber Procuramed nach Ablauf der vierjährigen Bestandsgarantie Insolvenz anmeldet. 'Dann kann die Klinik keiner mehr retten.' Hinter Procuramed stecke ein 'Finanzier, der für Spekulationen berüchtigt ist', so Höfler. 'So einen Mann verträgt unser Krankenhaus nicht.' Das Geld für die Weiterbetrieb des Krankenhauses in der Hand des Landkreises könnte durch Verzicht auf den Neubau der Realschule in Lindau und des Altenheims in Hege in die Kasse kommen, schlägt Höfler vor. Zurzeit läuft im Landkreis ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Krankenhausbetriebes in der Hand des Landkreises. Dabei ist die Bürgerinitiative unter Zeitdruck. Am 14. Juli will der Kreistag über den Verkauf des Krankenhausbetriebs an Procuramed entscheiden. Dessen Zustimmung gilt als sicher. Damit das Bürgerbegehren erfolgreich ist, sind bis zu diesem Termin 3600 gültige und von den Einwohnemeldeämtern geprüfte Unterschriften nötig. Dann darf der Kreistag in der Sache nicht mehr selbst entscheiden und ein Bürgerentscheid kann anrollen.

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