Das kann kein Thema im Wahlkampf sein

Lechbruck | fis | Streitereien und gegenseitige Vorwürfe waren das Resultat einer Debatte im Lechbrucker Gemeinderat, als Bürgermeister Dietmar Hollmann unter 'Wünsche und Anträge' auf die Presseberichte über seine zu viel erhaltenen Bürgermeisterbezüge reagierte. 'Ich bedaure es sehr, dass sich Lechbruck auf so einen Wahlkampf einrichten muss', erklärte Hollmann mit gleichzeitigem Unverständnis darüber, dass nichtöffentlich behandelte Themen über den Gemeinderat hinaus bekannt gemacht wurden. Die Debatte wurde kontrovers geführt (siehe gesonderter Bericht).

Die Staatliche Rechnungsprüfung am Landratsamt, die alle zehn Jahre umfangreich aktiv wird, hatte wie berichtet festgestellt, dass die Aufwandsentschädigungen für das Ehrenamt von Bürgermeister Hollmann zu hoch ist. Der Gemeinderat wurde aufgefordert, eine entsprechende Rückforderung zu beantragen, was auch geschah.

In seiner Erklärung wehrte sich der Bürgermeister gegen den Vorwurf, ungerechtfertigt und bewusst zu hohe Beträge einbehalten zu haben. 'Es wäre wohl nicht schwer gewesen, das Bürgermeisteramt ins Hauptamt zurück zu berufen, um mehr Bezüge von der Gemeinde zu erhalten', so Hollmann. Er habe die vergangenen zwölf Jahre ehrenamtlich genauso gearbeitet wie ein Hauptamtlicher und rechnete vor, dass er durch den Verzicht auf das Hauptamt der Gemeinde rund 423 000 Euro erspart habe. Die gesetzlichen Vorgaben für seine Entschädigung seien keinem genau bekannt gewesen. 'Die Verwaltung schlecht zu reden kann doch kein Wahlkampfthema sein, das über die Gemeindegrenzen hinaus getragen wird. Das sollten wir Lechbruck ersparen', bekräftigte Hollmann sein Bedauern. Interne Daten und Unterlagen seien wohl absichtlich an die Öffentlichkeit getragen worden. Er selbst sei damit in der Vergangenheit auch 'zu human' umgegangen, denn im Lauf der Berichterstattungen habe er festgestellt, dass die Presse detaillierte Unterlagen zur Hand hatte.

Gemeinderäte 'plaudern nicht'

Vizebürgermeister Walter Vogt wehrte sich gegen die Behauptung, dass die Gemeinderäte interne Informationen 'nach außen plaudern' würden. Vielmehr warf er dem Bürgermeister selbst vor, über nichtöffentliche Themen zu oft in der Öffentlichkeit zu sprechen. Als offiziell für das Rückforderungsverfahren Beauftragter werde er sich genau erkundigen, von welcher Seite die Informationen nach außen getragen wurden, so Vogt weiter.

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