Das Interesse an der Klassik steigt

Von Sabine Metzger Oberallgäu Ein Highlight für die Freunde klassischer Musik war das Konzert der Stuttgarter Philharmoniker mit dem Pianisten Gerhard Oppitz vergangenen Mittwoch im Immenstädter Hofgarten. Allerdings konnte der Veranstalter, die Kulturgemeinschaft Oberallgäu, nur rund 450 Karten für dieses Weltklassekonzert verkaufen. Entsprechend unzufrieden ist der Geschäftsführer der Kulturgemeinschaft Walther Gunther le Maire. Der Vorverkauf sei schlecht, der Verkauf an der Abendkasse dagegen gut gelaufen. Die Gründe für die enttäuschende Bilanz sieht le Maire in der regional begrenzten Werbung, in den derzeit schlechten Straßenverhältnissen, im allgemeinen Sparzwang der Bürger und in der Konkurrenz durch die Big Box in Kempten. Das Defizit bei diesem Konzert sei aber keinesfalls ein Indiz dafür, dass sich klassische Musik nicht mehr verkaufe im Oberallgäu. Im Gegenteil: Die Klassik ist eindeutig auf dem aufsteigenden Ast. Diese Meinung teilt auch der Zweite Vorsitzende der Sonthofer Gesellschaft Freunde der Musik, Dr. Hans Joachim Unger. Die Gesellschaft habe seit ihrer Gründung vor 54 Jahren zahlreiche Konzerte mit anspruchsvoller Musik von Barock bis zur Moderne organisiert und noch nie zuvor sei die Resonanz auf die Veranstaltungen so positiv gewesen wie derzeit. Was auch der Kulturreferent der Stadt Sonthofen, Winfried Engeser, bestätigt. Sowohl die Schulen als auch die Stadt Sonthofen unterstützten Veranstaltungen mit klassischer Musik.

Allerdings sei das Interesse der Jugend an alter Musik oft nicht sehr groß. Ein großer Erfolg seien die großen Konzertreihen im Herbst und zum Jahreswechsel in Bad Hindelang gewesen, berichtet Kurdirektor Maximilian Hillmeier. In Bad Hindelang gehen die Veranstalter neue Wege. So soll künftig verstärkt versucht werden, Künstler und Zuhörer auf eine Bühne zu bringen und die einheimischen Gruppen stärker in die Veranstaltungsreihen einzubinden. Bad Hindelang versucht übrigens auch, durch Zusatznutzen wie Buffets noch mehr Besucher anzulocken. Die Klassik findet auf jeden Fall hier ein Publikum, meint Roland Dietrich von Allgäu Concerts in Buchenberg. Allerdings müssten die Ensembles hochkarätig sein. Wie bei der Aida-Aufführung im vergangenen Jahr auf der Kemptener Burghalde mit renommierten Künstlern der Mailänder Scala. Das Konzert von Montserrat Caballé in der Kemptener Big Box beispielsweise sei trotz Hochpreiskategorie im Vorverkauf ein voller Erfolg gewesen. Es war nicht damit zu rechnen, dass die Künstlerin ihren Auftritt aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen würde. Etabliert auf hohem Niveau, so beschreibt die Geschäftsführerin des Oberstdorfer Musiksommers, Helga Große-Wichtrup, den Stand des Klassik-Festivals nach elf Jahren. In den ersten Jahren des Musiksommers habe es einen stetigen Aufwärtstrend beim Kartenverkauf gegeben, dann hätten sich die Zahlen allmählich eingependelt. Konkurrenz wollen sich die Kulturschaffenden im südlichen Oberallgäu nicht machen. Ganz im Gegenteil: Die Gesellschaft Freunde der Musik, die Kulturgemeinschaft Oberallgäu und auch der Oberstdorfer Musiksommer wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten.

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