Füssen
Das Hauptsorgenkind ist die Gastronomie

«Ich denke, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.» So bilanziert Erika Schmid, die Füssener Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit, das Jahr 2009. Trotz der Quote von 5,9 Prozent für den Dezember, was 1356 Arbeitslosen im Bereich Füssen entspricht. Denn, so Schmid, «so schlecht die Prognosen für das Krisenjahr 2009 auch waren, es ist nicht so schlecht gelaufen, wie man dachte.» Und auch die Steigerung von November mit 5,6 Prozent ist laut Schmid «jahreszeitlich üblich»: Die Gastronomie und vereinzelt auch schon der Bau stellten aus.

Nach Einbruch im Frühjahr «normale» Entwicklung

Was die Jahresbilanz 2009 angeht, so kam der Einbruch im Frühjahr. Damals schlug sich die Krise im Bereich Füssen stärker als anderswo nieder - bedingt durch die Struktur mit Maschinenbau und Metallverarbeitung. «Danach lief das Jahr aber relativ normal weiter, nur eben auf diesem höheren Niveau, was die Quote angeht», so Geschäftsstellenleiterin Schmid. Schon damals zeichnete sich der Sprung von 4,4 Prozent im Dezember 2008 auf die jetzigen 5,9 Prozent ab. Sie liegen aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 7,8 Prozent.

Empfehlung: Alternativjobs für beschäftigungslose Zeit

Während es im Handwerk 2009 recht gut lief, mauserte sich die Gastronomie vor allem im November und Dezember zum Hauptsorgenkind von Erika Schmid. Denn die Geschäftsstellenleiterin stellt eine immer stärke Tendenz zu Entlassungen fest - und wenn es nur für zwei, drei Wochen ist -, während in den vergangenen Jahren die ruhige Zeit im November und Anfang Dezember doch eher mit Urlaub überbrückt worden sei. Sie würde sich wünschen, dass Hotellerie und Gastronomie ihre Fachkräfte so lange wie möglich behielten.

Den ausgestellten Mitarbeitern rät Erika Schmid, sich unbedingt nach Alternativen in dieser beschäftigungsfreien Zeit umzusehen - sei es in Österreich oder anderen «wintersicheren» Regionen, sei es in anderen Jobs in der Branche. Dabei sei unter Umständen Mobilität gefragt.

Wenn sie es nicht tun, könnte sich das negativ auf die Rente auswirken, «denn nur 80 Prozent vom vorigen Brutto werden während der Arbeitslosigkeit bei der Rente anerkannt», so Schmid.

Erschreckender Anstieg bei Älteren und Jüngeren

Im Dezember gab es in ihrem Zuständigkeitsbereich noch zwei andere Sorgenkinder: Ältere und junge Menschen. Im Vergleich zum Dezember 2008 stieg der Anteil der arbeitslosen 55- bis 65-Jährigen um 55 Prozent, das sind 91 arbeitslose Menschen dieser Altersgruppe mehr. Bei den 15- bis 24-Jährigen sprang die Zahl um 50 Prozent oder 71 junge Menschen nach oben. «Das sind wirklich erschreckende Zahlen. Da ist der Bereich Füssen im Bezirk der absolute Spitzenreiter.

» Für die jüngeren Menschen sieht sie Alternativen in Weiterbildung oder Umschulung, was auch wahrgenommen werde. Doch die Älteren seien wirklich arbeitslos.

Die Chance, einen Arbeitsplatz im Füssener Land zu finden, sieht nicht rosig aus: 117 offenen gemeldeten Stellen stehen 2090 arbeitssuchende Männer und Frauen gegenüber. Die besten Möglichkeiten bieten hier nach wie vor der Bereich Pflege und Gesundheit. Doch, das weiß auch Erika Schmid, «diese Berufe stellen eben besondere Anforderungen, die nicht jeder erfüllen kann.» 2010, so schätzt sie, wird es nochmals schwierig auf dem Arbeitsmarkt. 2011 müsste es dann aber besser werden.

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