Das Gnadenbild im Wald gefunden

Im Unterallgäu gibt es eine Vielzahl von Wallfahrtsstätten. Die Memminger Zeitung stellt die bekanntesten Kirchen und Kapellen vor. Im fünften Teil geht es um die Marien-Wallfahrt nach Eldern. Eldern (sdo). - 'O Eldernbaum, o Gnadenthron! Zu dir blick ich stets hin, weil auf dir thront mit Gottes Sohn die Himmelkönigin. O Wunderbaum auf Eldern-Heid! Dein Schatten macht mir Freud.' Dieses zehnstrophige Wallfahrtslied aus dem 18. Jahrhundert drückt die Verehrung für 'Maria zu Eldern' aus. Einmal im Jahr, immer an Pfingstmontag, wird das Gnadenbild aus der Ottobeurer Basilika an seinen Ursprungsort zur Wallfahrtskapelle nach Eldern zurückgebracht und abends mit einer feierlichen Lichterprozession wieder in die Basilika geholt. Die Eldern-Wallfahrt geht auf das Jahr 1466 zurück. Eine Frau betete immer wieder um die Heilung ihrer schweren unheilbaren Krankheit. Dabei soll sie von einer Art Traumgesicht die Weisung erhalten haben, dass sie in einem Eldernwald, also einem Erlenwald an der Günz nahe Ottobeuren ein Bild der Muttergottes finden werde, wo sie vertrauensvoll um Hilfe beten solle.

Nachdem die Frau sich mit letzter Kraft an die Stelle geschleppt hatte, soll sie das Bildnis gefunden haben - und geheilt worden sein. Daraufhin kamen Neugierige und Hilfesuchende zu der Stelle. Nachdem ein Mann tot umgefallen war, weil er sich über die Verehrung des bislang unbekannten Marienbildes lustig machte und es mit einem Pfeil beschossen hatte, soll für die Bevölkerung das 'Gottesurteil' gefällt gewesen sein. Der Bauer Jodok Mayer aus dem benachbarten Reuthen ließ an der Stelle eine hölzerne Kapelle bauen. Diese wurde bald durch eine Kirche ersetzt und um ein Kloster erweitert. Über dreieinhalb Jahrhunderte blühte daraufhin die Wallfahrt nach Eldern. Im Zug der Säkularisation wurde die Kirche jedoch 1803 geschlossen und das Kloster abgerissen. Das Gnadenbild kam zum Bischöflichen Ordinariat in Augsburg und kehrte 1841 nach Ottobeuren zurück. Seit dieser Zeit steht es in der Tabernakel-Nische des Alexander-Altars im linken Seitenschiff der Basilika. An Pfingstmontag wird das Gnadenbild jedes Jahr an seinen Ursprungsort nach Eldern zurückgebracht. Dort wurde 1932 wieder eine Kapelle errichtet. Bei schönem Wetter zieht laut Abt Paulus bei der abendlichen Lichterprozession ein 'unglaublicher Zug' mit über 1000 Gläubigen von Eldern nach Ottobeuren. i Nähere Informationen zur Eldern-Wallfahrt gibt es auch im Internet unter www. pfarrei-ottobeuren. de

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