Kaufbeuren
Das Amtsgericht wird zur Baustelle

Im Amtsgericht werden in den nächsten Wochen nicht nur Gerichtsverhandlungen geführt, sondern es wird auch ordentlich Staub aufgewirbelt: Jetzt begannen die Bauarbeiten in dem über 100 Jahre alten Gebäude in der Ganghoferstraße.

Die Arbeiten beschränken sich auf das nördliche Gebäude, in dem sich das Zivil- und Strafgericht befindet. Der südliche Komplex mit dem Familiengericht ist davon nicht betroffen. Der Arbeitertross rückte bereits gestern an. «Bis dahin sind die Vorbereitungen für den Bau gelaufen», berichtet Fritz Weber, Direktor des Amtsgerichts.

Zunächst wurde am Dienstag nach Dienstschluss der Parkplatz für Besucher gesperrt, der fortan den Arbeitern zur Verfügung gestellt wird. Das bringt natürlich Einschränkungen für den Publikumsverkehr mit sich. «Autofahrer müssen sich jetzt bis zum Ende der Bauarbeiten in der Umgebung nach Parkplätzen umschauen», so der Direktor.

Allerdings sei der Service, für Besucher des Gerichts gesonderte Stellplätze anzubieten, sowieso eine Ausnahme: «In München oder Kempten gibt es so etwas nicht», weiß Weber. Deshalb könne man für eine gewisse Zeit auch darauf verzichten.

Der größte Eingriff: In das Amtsgericht wird ein Aufzug eingebaut, der das Gebäude behindertengerecht machen soll. «Auch für das Personal bedeutet das eine Erleichterung», so Weber. Die Installation des Aufzugs ist jedoch ein «komplizierter» Vorgang: Vom Dach her müsse erst einmal Raum für den Aufzugschacht geschaffen werden, damit dieser überhaupt eingerichtet werden könne.

Um den Justizkomplex barrierefrei zu gestalten, soll auch der Weg zwischen den beiden Gebäuden des Gerichts für Rollstuhlfahrer überwindbar gemacht werden: «In die Stufen werden zum Beispiel Schrägen integriert», erzählt Weber. So könnten Rollstuhlfahrer ohne Hilfe von einem Abschnitt in den anderen gelangen.

Toiletten werden saniert

Zudem werden die Toiletten im nördlichen Gebäude saniert, nachdem das WC im südlichen Komplex bereits vor zwei Jahren erneuert wurde. «Die Renovierung der Toiletten ist dringend notwendig», meint Fritz Weber. Der Direktor hofft, dass die Bauarbeiten bis Ostern abgeschlossen sind. «Derzeit rechnen wir mit etwa drei Monaten», so Weber. Festlegen will er sich jedoch nicht: In einem Altbau könnten sich für den Architekten immer auch einige Überraschungen ergeben.

Verzögerungen seien deshalb nicht ausgeschlossen.

Damit der Betrieb im Gericht nicht gestört wird, hat Weber mit den Arbeitern eine Vereinbarung getroffen: «Werktags wird es zwischen 9 Uhr und Dienstschluss um 16.15 Uhr keine Arbeiten geben, die größeren Lärm erzeugen», so Weber. Die sollen außerhalb dieser Zeit und am Wochenende erfolgen. Dass Besucher und Angestellte im Gericht hin und wieder etwas Krach zu hören bekommen, sei jedoch kaum zu vermeiden, schränkt der Direktor ein.

Auf die Kosten angesprochen möchte Fritz Weber keine konkreten Zahlen nennen. «Bei Altbausanierungen weiß man nie, was herauskommt», so der Direktor. Von einem sechsstelligen Euro-Betrag könne man jedoch ausgehen.

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