Allgäu
Das Allgäu spielerisch erfahren

Kaufbeuren l sim l Rund 80 Prozent der Schüler aus der 9a der Gustav-Leutelt-Schule sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. «Viele von ihnen kennen ihre jetzige Heimat gar nicht genau, das möchte ich ändern», erklärt Konrektor Frank Hortig. Helfen soll dabei die Allgäuer Berufsoffensive unserer Zeitung, in der es diesmal um Berufe in Tourismus und Gastronomie geht.

Den Einstieg hat Hortig über die Wirtschaftskrise gewählt. Da die freien Stellen in der Technikbranche zur Zeit eher rar gesät sind, will er seinen Schülern mit Hilfe der Berufsoffensive die Tourismusbranche näher bringen. «In dieser Berufssparte sind Menschen aus allen Nationen vertreten, es braucht also niemand davor zurückschrecken.» Neben dem Planspiel und den Infobroschüren für die Schüler hat Hortig bereits einige Ideen, den Jugendlichen den Standort Allgäu zu zeigen. «Nur Wenige gehen in ihrer Freizeit in die Berge zum Wandern oder Skifahren. Deshalb habe ich an der Schule eine Mountainbike- und eine Wandergruppe ins Leben gerufen. So lernen die Schüler auch den Naherholungswert des Allgäus kennen.

» Wie wenig die Schüler der 9a das Allgäu generell kennen, zeigt sich an dem Planspiel, mit dem sich die Klasse beschäftigt. Auf dem Spielbrett ist eine Karte der Region abgedruckt, der Sinn dahinter bleibt den meisten aber verborgen. «Da gibt es keine Felder, über die man ziehen muss, das kann also einfach nur eine Unterlage sein», glaubt der 16-jährige Marco zu wissen. Doch Frank Hortig möchte seinen Schützlingen mit der Karte Orte zeigen, an denen sie später vielleicht einmal arbeiten können.

So wie die 15-jährige Denise, die sich in einem Hotel in Oberstdorf beworben hat. «Ich arbeite im Schülercafé mit und habe im Goldenen Hirsch in Kaufbeuren schon ein Praktikum absolviert. Hotelfachfrau ist mein Traumberuf.

» Deshalb hat sie auch keine Schwierigkeiten, die Fragen aus dem Spiel zu beantworten. Was muss ein Wellnesshotel seinen Gästen bieten, wie steche ich die Konkurrenten aus, wenn es um das Ausrichten einer Hochzeit geht? Denise hat gute Ideen, ist kreativ. Ihre Freundin Sibel dagegen zieht für sich aus dem Spiel nur ein Fazit: «Ich weiß, dass ich definitiv mal in einem Wellness-Hotel Urlaub machen möchte, das wars dann aber auch schon.» Von den Jungen interessieren sich Ferhat (15) und Kürsad (14) für einen Beruf im Tourismus oder der Gastronomie. Doch trotz ihres Interesses sind sie, wie alle anderen, der Meinung, dass es sich bei dem Planspiel mehr um eine Aufgabenstellung als um ein Spiel handelt. Frank Hortig versucht die Enttäuschung der Jugendlichen etwas zu lindern, in dem er sie auf die Vorteile für das Berufsleben hinweist.

«Allein durch das Arbeiten in der Gruppe habt ihr alle Teamfähigkeit bewiesen, und die ist im Arbeitsleben enorm wichtig.»

www.berufsoffensive.de

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