Damit hinter den Kulissen nichts anbrennt

Dietmannsried (she). - 'Auch hinter der Bühne gibt es Lampenfieber' verrät Markus Lau. Er ist einer der beiden Büttenschieber der Dietmannsrieder Faschingsgesellschaft (FGD). Und der hat derzeit alle Hände voll zu tun: Als Teil der siebenköpfigen 'Backstage'-Truppe sorgt er dafür, dass bei jeder Narrensitzung alles wie am Schnürchen klappt - und das auf engstem Raum: Gerademal zehn Meter umfasst sein Arbeitsplatz am Bühneneingang. Da wird es schon mal eng, wenn zehn Akteure vor dem Auftritt noch schnell ihre Funkmikrofone erhalten, die Requisiten von der Bühne müssen und zugleich die vorherige Gruppe abtritt. Danach herrscht wieder Ruhe und Lau kann sich mit Kollege Torsten Sterk ein paar Minuten zurücklehnen. Obwohl beide das Programm in- und auswendig kennen, können auch sie sich so manchen Lacher nicht verkneifen. 'Man entdeckt immer wieder was Neues, und die Stimmung des Publikums schwappt bis hinter die Bühne', erzählt Sterk. Apropos Spaßfaktor: Der ist bei dieser Aufgabe besonders wichtig. Schließlich arbeiten bei der FDG alle ehrenamtlich, und sind dennoch auch nach vielen Jahren mit vollem Eifer dabei. 'Wenn ich den Spaß nicht mehr habe, dann höre ich auf', betont Heinz Vetter. Doch danach sieht es beim FDG-Vizepräsidenten, der als Eulenspiegel auf der Bühne steht, noch lange nicht aus.

Zwischen den Brennpunkten Als Programmleiter flitzt er mit seinem Funkgerät zwischen den einzelnen Brennpunkten hin und her, gibt Anweisungen, stimmt Licht und Ton ab. Die Professionalität hat seit dem Bau der Festhalle enorm zugenommen. Jährlich investiert die FGD in die Weiterentwicklung der Hallentechnik. Kernstück ist ein Laptop, mit dem Anton Vetter (Herr über Licht und Ton) sämtliche Sequenzen der Aufführungen abrufen kann. Einen Augenblick später steht er bereits am Mischpult, dreht an Knöpfen und schiebt Regler hoch. Denn trotz High-Tech muss bei komplexen Nummern mit Sprache, Gesang und Livemusik der Profi ran und mit Gefühl 'abmischen'. Band, Sprecher, Chor und Elferrat - alle sollen optimal beim Publikum ankommen. Zudem wollen sie sich selbst hören, statt wie früher bei alter Bühnentechnik einen Auftritt im 'Blindflug' zu absolvieren. Die Technik hat alles im Griff - da kann sich auch die Prinzengarde ruhig auf ihren Auftritt vorbereiten. 'Die machen das genial, da brauchen wir uns um nichts kümmern', heißt es in der Maske. Dort herrscht richtige Theateratmosphäre. Ein buntes Treiben zwischen Kostümen, Schminkkoffern und Spiegeln. Zwischen gelassener Routine ist aber auch Lampenfieber zu spüren: Die richtige Spannung, um eine optimale Vorstellung abzuliefern. Draußen im Saal ist die Stimmung derweil auf dem Höhepunkt angelangt. Dass hinter der Bühne gerückt, verkabelt und geschminkt wird, bemerkt niemand. Die letzte Nummer steht an: Modenschau. Vor und hinter der Bühne werden nochmal alle Register gezogen. Dann fällt der Vorhang. Es ist kurz nach Mitternacht, die Anspannung löst sich. Bei einem Schluck Bier wird Selbstkritik geübt - schließlich lässt sich auch sehr Gutes verbessern. Und morgen geht es weiter mit 'Gockolores Ohe' - vor und hinter der Bühne.

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