Damit aus tierischem Spaß kein Ernst wird

Kinder lernen den richtigen Umgang mit Hunden. Von Wolfgang Jaschensky Buchloe Kaum vom Herrchen losgelassen, springt Jessy mit einem Satz auf. Mit atemberaubender Geschwindigkeit fegt sie los, hat in wenigen Sekunden den großen Platz überquert und rast vorbei an den vielen Kindern. Georg Hörmann ergreift die Flucht, doch die Schäferhündin springt ihn an und verbeißt sich in seinem Arm. Lächelnd schüttelt Hörmann den Schutzarm ab, kehrt zu den staunenden Kindern zurück und erklärt ihnen das Beutespiel.

'Zwölf goldene Regeln im Umgang mit dem Hund' haben 20 Kinder bei dem Ferienfreizeitkurs zuvor zusammen besprochen. Nie von Hunden wegzulaufen, bei ihrem Schwanz besonders vorsichtig zu sein und den Vierbeinern nie direkt in die Augen zu starren, gehören dazu. Alle zusammen sind in einer Broschüre genau und kindgerecht erklärt. Sieglinde Dibiasi, Vorsitzende des Schäferhundevereins, und Claudia Keppeler gehen sie mit den Mädchen und Buben durch. Die Kleinen hören aufmerksam zu und bringen immer wieder einige ihrer eigenen, meist posititven Erfahrungen mit Vierbeinern ein.

Noch interessanter ist aber der praktische Teil des Kurses. Der Schutzdienst, der bei dem Beutespiel demonstriert wird, ist einer von drei Schwerpunkten bei der Schäferhundeausbildung, erklärt Dibiasi. Georg Hörmann versichert, dass der Hund nur darauf dressiert ist, in den Schutzarm zu beißen und nie einen Menschen angreifen würde. Insofern seien viele Schäferhunde eigentlich Sporthunde und deshalb für den Schutzdienst nicht wirklich geeignet.

Die Kinder jedenfalls sind beeindruckt ­ auch von den beiden anderen prüfungsrelevanten Ausbildungsgebieten, dem Fährten suchen und der Unterordnung. Groß ist die Freude bei den Buben und Mädchen, als sie zu guter Letzt die gut trainierten Vierbeiner mit Streicheleinheiten und kleinen Leckereien belohnen dürfen.

Den Kurs beim Schäferhundeverein gibt es schon länger im Programm der Ferienfreizeit, erzählt Dibiasi. Und er erfreue sich stets großer Beliebtheit. Unter der derzeitigen Kampfhunde-Diskussion habe aber auch das Bild des Schäferhundes gelitten. Die Bundesjugendwartin des Vereins für Deutsche Schäferhunde, Ingeborg Balonier, meint gar, dass viel Zeit und Aufbauarbeit nötig sei, um das 'ungerechtfertigte negative Ansehen des deutschen Schäferhundes wieder zurechtzurücken'. In Buchloe selbst habe der Schäferhundeverein von derlei Imageproblemen nichts mitbekommen, versichert Dibiasi. Ein Stück 'Aufbauarbeit' werde mit dem Kurs in der Ferienfreizeit dennoch geleistet.

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