Kempten
Carolin Haibel bei Junioren-WM zum Zuschauen verurteilt

Vorwürfe kann sich Carolin Haibel keine machen. Außer vielleicht den einen: «Ich wollte in dieser Saison Vollgas geben und habe so viel trainiert wie nie zuvor. Vielleicht habe ich meinem Körper zuviel zugemutet», sagt die 22-jährige Ski-Langläuferin des SC Kempten, die lange Zeit als eines der größten Talente im Allgäu galt und derzeit schon beim Treppensteigen schnaufen muss: Seit knapp vier Wochen wird sie von einer hartnäckigen Erkältung ausgebremst.

Bislang bestritt sie in dieser Saison erst zwei Rennen - und verpasste die Qualifikation zur U23-Weltmeisterschaft, die noch bis Sonntag in Hinterzarten/Schwarzwald stattfindet (Allgäu-Sport). Dort hätte sie sich zum letzten Mal mit ihren Altersgenossinnen messen und sich mit einer guten Platzierung für den B-Kader des deutschen Skiverbandes qualifizieren können. Doch davon ist die Sport-Soldatin, die dem Skizug Füssen angehört, derzeit weit entfernt. «Ich bin nur noch enttäuscht und denke schon mal daran, mit dem Leistungssport aufzuhören», sagt Haibel, die im Vorjahr wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers die U23-WM verpasst hatte.

6000 Kilometer abgespult

Umso mehr quälte sich die Kemptenerin, die in Oberstdorf von Stefan Dotzler (49) trainiert wird, in der Vorbereitung auf diese Saison. Im Sommer spulte sie auf Ski-Rollern 6000 Kilometer ab. So viel lief sie bis dato während einer gesamtem Saison nicht. «Ich habe mich sehr gut gefühlt», erinnert sich Haibel. Allerdings hatte sie bereits zu diesem Zeitpunkt mit einem Nachteil zu kämpfen: Während die Kaderläuferinnen im Herbst auf Schnee in Skandinavien trainierten, musste sie zuhause weiter mit dem Training auf Asphalt vorlieb nehmen.

In Hochfilzen auf Platz zehn

Dennoch gelang ihr in ihrem ersten Saisonrennen im Continental-Cup (zweithöchste Serie nach dem Weltcup) ein achtbares Ergebnis: Im Sprint in Hochfilzen/Österreich kam sie am 18. Dezember auf Rang zehn. Damit hatte sie die halbe Qualifikation zur U23-WM. Doch die Nachwirkungen des bei minus 18 Grad ausgetragenen Wettkampfs machen ihr noch heute zu schaffen.

«Ich wurde krank: Schnupfen, Husten, leichtes Fieber. Bis heute habe ich das nicht wegbekommen», sagt Haibel, die danach nur noch einmal startete: Am 9. Januar schied sie beim Continental-Cup im Sprint in Oberwiesenthal im Vorlauf aus. Damit verpasste sie die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Junioren-Weltmeisterschaft.

«Ich würde so gern zeigen, was ich drauf habe. Aber es will nicht klappen», ärgert sich Haibel, die seit frühester Kindheit auf Skiern steht. Ihr Vater Toni (61) ist Langlauf-Trainer beim SC Kempten. Er hofft, dass sie bald wieder loslegen kann. Doch danach sieht es momentan nicht aus. Die Teilnahme am Skitrail, der an diesem Wochenende im Tannheimer Tal stattfindet, hat Carolin Haibel abgesagt.

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