Busfahren soll einfacher und zuverlässiger werden

Marktoberdorf/Ostallgäu | vit | Busfahren im Ostallgäu soll attraktiver werden. Dieses Ziel setzt sich der neue Nahverkehrsplan des Landkreises. Die Firma Omnipart aus Krumbach hat das umfangreiche Werk für den Landkreis und die Stadt Kaufbeuren erstellt. Nun wurde es dem Kreisentwicklungsausschuss und Experten vorgestellt. Einstimmig begrüßten die Kreisräte das Maßnahmenpaket. Vorgesehen ist ein regelmäßiger Rhythmus im Busverkehr (Vertaktung). Zudem soll in Kaufbeuren eine Mobilitätszentrale eingerichtet werden, die den Linienverkehr steuert.

Freizeitlinie im Süden

Anliegen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist es, eine sinnvolle Alternative zum Individualverkehr zu bieten. Wie dies aussehen kann, verdeutlichte Theodor Schneider, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal (Kaufbeuren). Ein Punkt ist beispielsweise der Freizeitbus 'Schlösserlinie', der ausgestattet mit Fahrrad-Mitnahmemöglichkeit den südlichen Landkreis aufwertet. Verbessern will man auch den Anruf-Sammel-Taxi-Verkehr (AST). Dadurch soll die Auslastung von derzeit 1,3 Fahrgästen pro Fahrt erhöht werden. Denkbar ist zudem, dass Busse bei Bedarf einen kleinen Umweg über einen Weiler fahren, um einen Fahrgast nach Voranmeldung abzuholen. Ein Kernpunkt für das neue Konzept ist ein rechnergesteuertes Betriebsleitsystem. Dabei meldet ein Sender im Bus ständig dessen Position in die Mobilitätszentrale. Der Computer stimmt die verschiedenen Linien aufeinander ab: Kommt ein Bus fünf Minuten später, kann die Anschlusslinie am Umsteigeort aufgehalten werden. Möglich wird es zudem, ein AST über Internet zu buchen. Die Vorlaufzeit verkürzt sich von 60 auf 30 Minuten. Auch Linienabweichungen für Busse zu einer Bedarfshaltestelle in einem Weiler lassen sich arrangieren. Verbessern will man zudem das Marketing. Dazu gehören neue, freundlichere Buswartehäuschen ebenso wie übersichtlichere Tarife und Fahrpläne sowie ein benutzerfreundlicher Internetauftritt zur Fahrplanauskunft. Vorgesehen ist eine landkreisübergreifend nutzbare Chipkarte, mit der man die Fahrkarte bezahlen kann. Diese soll mit einer Gästekarte kombinierbar sein. Verbessern will man zudem die Nutzbarkeit der Busse für Menschen mit Behinderung.

Ein Standortfaktor

Landrat Johann Fleschhut betonte, dass einige Anregungen wie Radmitnahme oder die Linie Seeg-Nesselbwang bereits umgesetzt seien. Hubert Endhardt (Grüne) bezeichnete das Werk als 'exzellente Bestandsaufnahme'. Ein funktionierender ÖPNV sei ein 'echter Standortfaktor'. Endhardt regte an, den AST-Verkehr bis 20.30 Uhr kostengünstiger zu machen und nachts stärker den Bedürfnissen Jugendlicher anzupassen. Auch am Wochenende sollten mehr Busse fahren.

Rudolf Leinweber (FDP) schlug vor, die Linien besser aufeinander abzustimmen. Schwer nachvollziehbar sei auch der unterschiedliche Preis für Tageskarten in den Landkreisen. Werner Himmer (Freie Wähler) meinte, je mehr unterschiedliche Chipkarten es für die Bezahlung gebe, desto geringer sei die Akzeptanz. Eine bessere Verbindung von Füssen nach Kempten regte Christian Gangl (CSU) an.

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