Memmingen
Bunte Äpfel und rote Ohren

Edmund Abel steht in einer kleinen Künstlerkabine im Erdgeschoss der Memminger Stadthalle. Er jongliert mit Äpfeln. Immer wieder wirbeln die bunten Früchte durch die Luft. Sein Kollege Klaus Schumacher sitzt neben ihm und brütet über einem Text. «Heute Mittag hat uns der Bayerische Rundfunk (BR) angerufen und gesagt, dass wir einige Passagen umschreiben müssen, weil sie nicht zur Moderation des Sitzungspräsidenten passen», sagt der 47-Jährige.

Die «Bühnenschieber», wie sich das Comedy-Duo aus Legau nennt, haben an diesem Tag einen Auftritt bei der TV-Prunksitzung «Schwaben weiß-blau, hurra und helau». Ihr Kostüm, einen dunklen Overall mit neongelben Aufnähern und BR-Logo auf der Brust, haben Abel und Schumacher bereits im Kostümverleih des Bayerischen Rundfunks abgeholt. «Jetzt ist warten angesagt», sagt Schumacher, dann greift er nach seinem Rucksack. «Wir ziehen uns jetzt in ein stilles Eck zurück und proben noch mal unsere Auftritte.»

Die Kabinennachbarn Dr. Anton Huber und Toni Katheininger von der Königlich privilegierten Waschhausvereinigung warten ebenfalls. Huber schnappt nach seinem Seppelhut mit den bunten Federn und setzt ihn auf den Kopf. Dann fängt er an zu summen. «Ich muss die Stimme etwas lockern», sagt er und blickt zu seinem Kollegen.

Der sitzt bei Markus Schalk, dem Gitarristen des Stephansrieder Kabarettisten Maxi Schafroth. «Wir führen Fachgespräche über Instrumente und Musikanlagen», so Katheininger. Kurze Zeit später ist musizieren angesagt. Huber spielt Banjo, Katheininger Gitarre. Die Künstlerkollegen tanzen in der Umkleidekabine.

Einige Türen weiter haben es sich die «Bühnenschieber» inzwischen bei Maskenbildner Ayhan Hardaldali gemütlich gemacht. Während Schumacher gepudert wird, ist Abel immer noch am Üben. «Ich habe einen kleinen Jonglierpart auf der Bühne», verrät der 38-Jährige. Kurze Zeit später ist er an der Reihe. Nach Make-up und Puder werden die Augenbrauen nachgezogen und die Ohren mit roter Farbe geschminkt. «Das sieht spitzbubenmäßig aus», freut sich der Maskenbildner.

Jonglierpart klappt

Dann gehts hinter die Bühne. Immer mit dabei: Betreuerin Barbara. «Ich bin dafür zuständig, dass die Künstler ihren Auftritt nicht verpassen», erzählt sie. Die «Bühnenschieber» werden verkabelt und mit Mikrofonen ausgestattet. Noch 20 Minuten bis zum Auftritt. Abel fängt wieder an zu jonglieren. Dann werden nochmal die Texte geprobt. «Ich denke gerade nicht an die Kamera, aber aufgeregt bin ich schon», sagt Abel. Er blickt auf den Fernseher, der die laufende Aufzeichnung überträgt, reibt sich die Hände und marschiert los. Auf der Bühne geht alles gut. Der Jonglierpart klappt, das Publikum ist begeistert. Nach einer Minute ist der erste von drei Auftritten vorbei. «Es war super», freut sich Schumacher. Auch Maxi Schafroth und die Waschhausvereinigung sind sich nach ihren Auftritten einig: «Schön wars.»

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