Bürger sorgen sich um Wohnqualität

Wiedergeltingen l bz/liwe l Zahlreiche Bürger folgten kürzlich der Einladung der Gemeinde Wiedergeltingen, sich über den geplanten Solarpark 'Am Galgen' an der Straße nach Buchloe zu informieren sowie Fragen, Anregungen und Einwände loszuwerden. Dabei zeigte sich unter anderem, dass sich die Anwohner Sorgen um ihre Wohnqualität machen. Zunächst stellte Projektentwickler Martin Bucher das rund zwölf Millionen Euro teure Vorhaben vor, den entsprechenden Bebauungsplan hatte der Gemeinderat bereits beschlossen (wir berichteten). Auf etwa zwölf Hektar sollen Solartische mit einer maximalen Höhe von 3,20 Meter entstehen, außerdem vier Betriebsgebäude mit einer maximalen Höhe von 3,50 Meter. Die komplette Anlage werde durchgehend eingezäunt, inklusive eines Übersteigschutzes aus drei Reihen Stacheldraht, so Bucher. Ein sechs Meter breiter Grünstreifen mit Sträucherbepflanzung wird die Anlage umgeben.

Danach hatten die Bürger das Wort. Hier ein Überblick der wichtigsten Fragen, die jeweils von Martin Bucher beantwortet wurden:

l Welchen Nutzen hat die Gemeinde von diesem Projekt? Nach rund zehn Jahren ist mit Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen. Außerdem könnten ortsansässige Betriebe Aufträge erhalten. Planungskosten entstehen der Gemeinde, die hier die Planungshoheit hat, keine.

l Wie viel Strom wird erzeugt? Mit der Leistung des Solarparks können eintausend Vierpersonen-Haushalte mit Strom versorgt werden.

l Was passiert, wenn die Investoren pleite machen? Kann die Anlage recycelt werden? Die Anlage ist komplett recyclebar. Das Insolvenzrisiko sei so gut wie ausgeschlossen, da eine 20-jährige Abnahmegarantie für die Anlage durch die LEW vorliege.

l Wem gehört die Anlage? Die Investorenstruktur stehe noch nicht fest. Bucher sucht diese aus, meist handele es sich dabei um Solarunternehmen, die diese Anlagen zum Beispiel als Fonds über Banken wieder weiter anbieten. Es gibt auch die Möglichkeit eines Publikumsfonds, das heißt, jeder Privatmann kann dann Anteile zeichnen. Laut Bürgemeister Michael Schulz sieht sich die Gemeinde in der Pflicht, erneuerbare Energien zu fördern.

l Die Anwohner müssen direkt auf einen Solarpark schauen. Waren keine anderen Flächen geeignet? Die Anlage wird mit einem Grüngürtel versehen und macht keine Geräusche. Entscheidend für die Standortwahl sei eine gute Anbindung an das Stromnetz gewesen.

l Wie wird die Anlage gepflegt? Zweimal jährlich erfolgt ein Grasschnitt, hohe Gräser würden öfter geschnitten. Auch könnten Schafe eingesetzt werden, um den Bewuchs zu regulieren. Zudem werde ein Pflegevertrag für den die Anlage umgebenden Grüngürtel geschlossen. Ein solcher habe einen hohen ökologischen Wert, weil sich dort seltene Tier- und Pflanzenarten regenerieren könnten.

l Sind die Wege im Bebauungsplan für die Landwirtschaft weiterhin nutzbar? Ja. Für Landwirte ergibt sich außerdem langfristig die Möglichkeit, Land zu verpachten.

l Wie geht es weiter? Neben den Bürgern können derzeit auch die Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben Stellung nehmen. Alle Äußerungen werden bearbeitet und eventuelle Änderungen vorgenommen. Danach werden die Pläne vier Wochen lang öffentlich ausgelegt. Dann haben die Bürger erneut die Möglichkeit, sich zu äußern.

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