Bürger sollen sich zu Schuldenabbau äußern

Ostallgäu(vit). - Wie lässt sich die Verschuldung des Landkreises Ostallgäu reduzieren? Diese Frage interessiert nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch den Landsberger Dr. Rainer Gottwald. Mit Methoden der Wirtschaft will der Betriebswirtschaftler, der vor allem im Bereich der Statistik arbeitet, dem Landkreis helfen, die Schulden von derzeit 46,4 Millionen Euro auf null herunterzubringen. Controlling heißt das Zauberwort. Doch Gottwald möchte in das Projekt besonders auch die Bürger einbinden. Das Vorhaben und monatlich aktualisierte Daten zum Kreishaushalt veröffentlicht er daher im Internet. Über das Computernetz bittet er nun die Bürger, sich kritisch mit dem Projekt auseinander zu setzen. Die Verschuldung ist auch ein Indiz dafür, wie viel Spielraum ein Landkreis bei Investitionen für die Zukunft hat. Geht man bei den bayerischen Landkreisen normalerweise von einem Pro-Kopf-Wert von 220 Euro aus, so liegt er bei den Ostallgäuer Kreisfinanzen bei immerhin 350 Euro, also um mehr als die Hälfte höher. Falls man die Verschuldung nicht bremst, wird sich laut Gottwald die Situation auch dadurch weiter verschärfen, dass der Anteil der Erwerbstätigen immer geringer wird. Sprich: Die Gesellschaft wird immer älter, die Steuerzahler werden immer weniger. Hier greift Gottwalds Modellprojekt ein: Über einen Arbeitskreis bindet er Schüler ebenso in die Verantwortung mit ein wie Vertreter der Wirtschaft. Denn Schüler sind für ihn die Generation, die in 20 Jahren die Verantwortung trägt; die Wirtschaft profitiert davon, wenn ein Landkreis wieder mehr Handlungsspielräume bekommt. Ziel von Gottwald ist zwar eigentlich, die Schulden des Kreises in den nächsten Jahren vollständig abzubauen, aber dies halten Kommunalpolitiker für unrealistisch. Dennoch äußern sie sich zustimmend zu den Methoden Gottwalds. Dieser verlangt nämlich eine monatliche Darstellung der Haushaltsziele und der tatsächlichen Ausgaben. Bisher wurden diese Daten meist nur in größeren Abständen überprüft.

Daten öffentlich zugänglich Gottwald bekommt nun monatlich vom Landratsamt die entsprechenden Zahlen und veröffentlicht die Angaben für alle Einzelpläne des Haushalts und für den Gesamtetat im Internet. Dadurch wird zwölfmal jährlich die Zielvorgabe im Kreishaushalt, den der Kreistag beschlossen hat, an den realen Einnahmen und Ausgaben gemessen. Falls Fehlentwicklungen auftreten, kann man rechtzeitig reagieren. Wichtig ist Gottwald aber auch, beispielsweise bei Bauvorhaben des Kreises Prioritäten zu setzen, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Bevölkerungsprognosen Darüber hinaus sucht Gottwald die Zusammenarbeit mit Schulen, um für die einzelnen Städte und Gemeinden Bevölkerungsprognosen zu erstellen. Eine entsprechende Datenauswertung, für die Gottwald die entsprechenden Rechenmodelle liefert, läuft derzeit beispielsweise am Gymnasium Marktoberdorf. Denn aus Sicht Gottwalds muss bei der Entwicklung im kommunalen Bereich immer auch berücksichtigt werden, wie sich die Bevölkerung entwickelt. i Nähere Informationen zum Projekt von Dr. Rainer Gottwald finden sich im Internet auf der Homepage des Landkreises unter www. ostallgaeu. de. Direkt zu der Statistik-Datenbank des Landkreises, die Gottwald aufbereitet, gelangt man über www. stratcon. de/OAL/oef Gottwald bittet zudem die Bürger, ihre Meinung über das Projekt kund zu tun. Möglich ist dies unter der E-Mail-Adresse info@stratcon. de

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