Bürger diskutieren über zweite Variante

von hans-christian rudolf | Rettenberg 'Nun haben wir wissenschaftlich untermauert, dass etwas geschehen muss', sagte Bürgermeister Dr. Josef Kirchmann bei der Rettenberger Bürgerversammlung über die vorgesehene Umgehungsstraße. Diplom-Ingenieur Reiner Neumann vom Ulmer Planungsbüros Modus Consult hatte festgestellt, dass es die Ergebnisse der von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Verkehrsuntersuchung 'rechtfertigen, über eine Ortsumfahrung nachzudenken.'

Die an einem 'normalen Werktag' im April vorgenommene Untersuchung hat laut Neumann ergeben, dass zum Beispiel rund 11 300 Autos sowie 550 Lastwagen pro Tag die südwestliche Rettenberger Ortsausfahrt passieren. Dabei betrage der Anteil des Durchgangsverkehrs 63 Prozent. Bis zum Jahr 2020 rechnet Modus Consult mit einer Zunahme des Verkehrs um 15 Prozent. Dabei würde eine Umgehungsstraße, die zwischen der Bräuhaussiedlung und dem Hauptort von der bestehenden Straße abzweigt (Varian-te 1/2), bis zu 83 Prozent des Verkehrs aus dem Ort herausholen.

Eine zweite Variante der Umgehung, die bereits vor der Bräuhaussiedlung von der bestehenden Straße abzweigen würde (Variante 3), brächte eine geringere Entlastung von bis zu 76 Prozent. 'Beide Umfahrungen brächten sehr viel an entlastender Wirkung', meinte Neumann. 'Die Entscheidung liegt nun bei Ihnen.'

Bürgermeister und Gemeinderat bevorzugen die Variante 1/2. Das liegt zum einen an einem Biotop, das der anderen Trasse im Weg läge. Zum anderen würde die Straße auf dem Stück Richtung Kalchenbach vermutlich zu steil. Einige Besucher der Bürgerversammlung sprachen sich für die Alternative aus: 'Sonst haben wir in ein paar Jahren wieder die Straße mitten im Dorf.'

Gemeinderat Manfred Wolf erkundigte sich, wie die Rettenberger Umgehung in die Dringlichkeitsliste des Straßenbauamts aufgenommen werden könnte. Das hängt laut Reiner Neumann nicht von der Wirksamkeit der Ortsumfahrung ab, sondern allein von den Planungsfortschritten bei der Umweltverträglichkeitsprüfung, der Finanzierung sowie der Grundstücksfrage. Rettenberg habe bereits rund 345 000 Euro für mögliche Tauschflächen ausgegeben, teilte Bürgermeister Kirchmann mit. Doch wolle die Gemeinde erst dann auf die betroffenen Grundstückseigentümer zugehen, sobald die konkrete Planung für die Trasse tatsächlich läuft.

Als 'Bürger zweiter Klasse' sieht Gemeinderat Herbert Jörg die Kranzegger. Auch dort gebe es Verkehrsprobleme - nicht nur in Rettenberg. Doch dem Wunsch nach einer Umgehung auch für Rettenbergs Nachbarort erteilte Kirchmann eine Absage. Eine Umfahrung Kranzeggs in Richtung Wertach wäre technisch äußerst schwierig und dadurch auch sehr teuer.

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