Kaufbeuren
Bündnis für Bildung

Für die Bildung eines Kaufbeurer Schulverbundes zur Einführung der Mittelschule gibt es bereits einen Favoriten: Voraussichtlich werden sich die drei Hauptschulen Jörg-Lederer-Schule, Gustav-Leutelt-Schule und Beethovenschule zu einem Verbund zusammenschließen. Das war eine der wesentlichen Erkenntnisse beim «Dialogforum Mittelschule» in der Aula der Beethovenschule, zu dem rund 70 Schulleiter, Lehrer, Kommunalpolitiker und Vertreter der Wirtschaftsverbände gekommen waren. Über die Mittelschule informierten Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und Gabriele Holzner von der Regierung von Schwaben, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Schulamtsleiterin Eva Severa-Saile.

«Wir haben auch zwei weitere Varianten diskutiert», erklärte Severa-Saile. Bei der einen handelt es sich um einen Zusammenschluss der Hauptschulen in Buchloe, Germaringen und der Leutelt-Schule, bei der anderen um einen Verbund der Hauptschule in Biessenhofen, der Beethovenschule und der Lederer-Schule. «Es wäre aber dumm, wenn wir die vorhandene Zusammenarbeit zwischen den drei Kaufbeurer Schulen nicht nutzen würden», so Severa-Saile. Die Lederer- und Leutelt-Schule bieten bereits gemeinsam den M-Zweig an (siehe Grafik). Viele Schüler der Beethovenschule besuchen ihren Hauswirtschaftsunterricht an der Lederer-Schule, die die Räume dafür zur Verfügung stellt. Von der Beethovenschule und der Lederer-Schule nutzen zudem einige Schüler das Ganztagsangebot der Leutelt-Schule. «Eigentlich gibt es die Mittelschule bei uns schon seit einigen Jahren», meinte Johannes Glaisner, Schulleiter der Lederer-Schule.

Die Mittelschule soll jedoch nicht nur ein «anderer Name für das Gleiche» sein, wie Gabriele Holzner betonte. «Die arbeitspraktischen Fächer werden an der Mittelschule noch mehr gefördert als bisher», so Holzner. So sollen die Hauptschüler in den berufsorientierten Kursen Technik, Wirtschaft und Soziales auch von Berufsschullehrern unterrichtet werden. Das Ziel: Für noch mehr Praxisnähe sorgen.

«Jeder Schüler soll die Chance haben, einen mittleren Schulabschluss auf dem Niveau der Wirtschafts- und Realschule zu erwerben», versprach Holzner weiter. Auch die Praxisklassen sollen ausgebaut werden, in denen schwächere Schüler eine Sonderförderung erhalten.

Ein «Bigpoint» der Mittelschule sei die Berufsvorbereitung, wie Karl Michael Scheufele hervorhob. Durch die Kooperation mit Ausbildungsbetrieben könnten diese äußern, welche Defizite sie bei Auszubildenden sehen. Die Kaufbeurer Wirtschaftsverbände signalisierten ihre Bereitschaft: «Eine Zusammenarbeit mit den Mittelschulen begrüßen wir», erklärte Katharina Wiedemann, Vizepräsidentin der IHK Kaufbeuren-Ostallgäu. Bilgi Dikkaya-Kaufmann vom Bund der Selbstständigen forderte: «Die Schulen sollen sich öffnen und mit den Unternehmen sprechen.»

Kontrovers diskutiert wurde, ob die neue Mittelschule die Eltern überzeugen wird. «Entscheidend wird sein, ob Hauptschüler in Zukunft mehr Lehrstellen bekommen», meinte Margit Riedle, Konrektorin an der Konradin-Grundschule. Andernfalls würden viele Eltern weiter auf die Realschule oder das Gymnasium setzen.

OB Bosse: «Die kommunalen Spitzenverbände sind sich einig, dass die Mittelschule die letzte Chance für diesen Schulzweig ist, sich zu bewähren.»

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