Brunnen erzählt von der Fülle des Lebens

Von sigi Huttner | Marktoberdorf In der Aula der St.-Martin-Volksschule in Marktoberdorf sprach Walter Schilhansl vor einem kunstsinnigen Publikum über das Thema 'Martin Wank - Leben für die Kunst/Lebensbaum - Lebensbrunnen'. Schilhansl zeigte dabei Lebenslinien des Künstlers Martin Wank (1928 - 2000) auf, die ihn neben seinem Lehrerberuf in seinem künstlerischem Schaffen geprägt haben. Als Beispiel nannte er die Begegnung mit Pater Rupert Mayer in Sankt Michael in München

Es war die Liebe zur Bildhauerei, zur Darstellung des Unsagbaren, die Wank unter Entbehrungen zum Studium an der Hochschule für bildende Kunst bei Professor Toni Sailer in München trieb. Doch eine Krankheit habe Wank nach zwei Jahren gezwungen, dieses Studium aufzugeben. Er wurde Lehrer in Oberthingau. Aber die Kunst habe ihn nie losgelassen. 'Nur keine Kompromisse' habe Martin Wank stets gesagt, wenn die Rede auf die Kunst kam.

Faszinierte Freunde

Die Gießerei in Osterberg sei wichtiger Treffpunkt auch für Freunde gewesen, zu denen Walter Schilhansl zählte. Sie seien von Martin Wanks Arbeit fasziniert gewesen. Schilhansl: 'Wer einmal flüssiges Metall gerochen hat, kommt ein Leben lang nicht mehr davon los'. In dieser Gießerei seien großartige Kunstwerke entstanden, wie der 'Auferstandene', eine 2,20 Meter große Bronzeplastik, die auf dem Friedhof in Derching bei Augsburg steht. Schilhansl sprach über Wanks Gesamtwerk, das in Qualität und Vielzahl, Vielschichtigkeit und Aussagekraft nach seinen Beobachtungen umfassender sei als manches Werk hauptberuflicher Künstler.

Vor 40 Jahren geschaffen

Wanks 'Lebensbrunnen' wurde am gleichen Abend der Öffentlichkeit übergeben. Er steht nun an der Kurfürstenstraße. Laut Schilhansl entstand er vor genau 40 Jahren. Seinen Platz hatte er im Atrium des damals neu erbauten Marktoberdorfer Krankenhauses. Nach einem Umbau musste der Brunnen weichen. Damit er nicht hinter Mauern verschwindet, hat Walter Schilhansl ihn erworben. 'Ich stifte den Brunnen nicht einer öffentlichen oder kirchlichen Hand, stelle ihn aber dort auf, wo er im freien Raum immer wieder gefallen finden kann.'

Das Werk bezeichnete Schilhansl als einen fröhlichen, kraftvollen Brunnen. Wenn man den Brunnen genauer anschaue, so finde man Kamele und Reiter, einen Gockel und eine winzige Katze, die ein noch winzigeres Mäuschen gerade am Schwanz nicht mehr erwischt. Er zeige die Fülle des Lebens.

Hervorragend zu dem Vortrag von Walter Schilhansl passte die musikalische Darbietung eines Jazz-Trios, das auf dem anschließenden Brunnenfest aufspielten. Viele schauten sich den Brunnen nun genau an und waren fasziniert von dem Rieseln des Wassers, das einem Flüstern gleichkam, und von der Entstehung dieses Martin-Wank-Lebensrunnens erzählen wollte. Viele hatten ihre Freude daran.

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