Kempten
Brock: Babyklappe schließen

In der Diskussion um die Babyklappen, in denen verzweifelte Eltern anonym ihre Neugeborenen ablegen können, meldet sich nun auch Frauenlisten-Stadträtin Elisabeth Brock zu Wort. Sie beantragt, die Kemptener Babyklappe zu schließen. Wie berichtet, hatte sich vor einigen Tagen der deutsche Ethikrat gegen Babyklappen im Allgemeinen ausgesprochen. Seit 2004 gibt es eine solche Einrichtung auch am Kemptener Klinikum - dort wurde bislang noch nie ein Kind abgegeben. CSU-Stadtrat Andreas Kibler hatte daraufhin vergangene Woche den Erhalt der Kemptener Babyklappe gefordert, während sich beispielsweise Pro Familia dagegen aussprach.

Auf diese Seite stellt sich nun auch Stadträtin Brock. Sie hatte in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Vorstöße unternommen, war damit aber bislang gescheitert. So betont Brock, dass die Zahl der in Deutschland getöteten Babys jährlich bei 30 bis 40 Fällen liege. Die Zahl der Findelkinder dagegen steige deutlich an. Die Behauptung, dass diese Kinder ohne das Babyklappenangebot nicht überlebt hätten, sei dagegen rein spekulativ. Auch stellt Brock die Frage, wer garantieren könne, dass das Baby nicht im Schutz der Anonymität gegen den Willen der Mutter abgegeben werde? Brock: «Babyklappen sind gut gemeint und einer gewissen Sozialromantik geschuldet, seriöse Sozialpolitik dagegen sieht anders aus.» Statt auf die Klappen müsse man verstärkt niedrigschwellige innovative Beratungs- und Hilfsangebote machen.

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