Füssen
Bodenständige Weltmusik

Nicht als der aus dem Radio bekannte Komiker und Wortspieler, sondern als Musiker steht am Samstag, 16. Januar, Willy Astor ab 19.30 Uhr auf der Bühne des Festspielhauses Füssen. Mit Freunden präsentiert er «The Sound Of Islands». Unter diesem Titel hat er bereits vier CDs veröffentlicht.

Vom Münchner Problemviertel Hasenbergl in den Schatten von Neuschwanstein - nicht schlecht, oder?

Astor: Da bin ich gar nicht so scharf drauf. Die Optik spielt keine Rolle. Ich will da wirken, wo ich gerufen werde. Außerdem habe ich nie das Gefühl verbreitet, dass das Hasenbergl eine Gosse ist. Ich habe 25 Jahre dort gelebt und bin auch nicht geflüchtet.

Aber sind sie vielleicht nicht auch ein bisschen Royalist und stolz auf die Nähe zu König Ludwig II.?

Astor: Ganz bestimmt nicht. Ich wundere mich, wieso sich die bayerische Bevölkerung das gefallen lassen hat. Der Typ hat sich auf Kosten der armen Bürger ausgelebt und selbst verwirklicht. Und spätestens seit es für die CSU nicht mehr reicht, sind auch in Bayern die Zeiten der Alleinherrschaft vorbei.

Die Bayern können auf ganz andere Sachen stolz sein. Sie sollten sich freuen, dass sie die Natur so bevorzugt hat und es ihnen wirtschaftlich so gut geht. Ich versuche seit mehr als zehn Jahren, als Botschafter gegen die Klischees vom Lederhosen tragenden Jodler zu arbeiten. Die begegnen einem heute noch. Wenn ich die Leute auf Hochdeutsch anspreche, sind sie ganz verblüfft.

Als «Botschafter Bayerns» sind sie aber mit einem Multikulti-Programm unterwegs. Ist das kein Widerspruch?

Astor: Ich fühle mich als Bürger dieser Welt. Die ist groß und schön. Privat höre ich Musik aus allen Kulturen. «Sound Of Islands» ist ein weltmusikalisches Projekt. Aber ich halte meine Fahne schon raus. Beispielsweise beim «Curry Landler»: Bayerisch mit internationalem Einschlag.

Ich nehme Musik aus allen Kontinenten und komponiere aus meiner Gefühlslage heraus so, dass es die Leute anspricht und bei ihnen Gefühle auslöst. Die Welt wird gefühlt immer schneller. Man muss zunehmend Tempo und Fahrt aufnehmen. Die Leute haben eine brutale Sehnsucht danach, einmal abzuschalten. Mit gehts genauso. Nicht umsonst gehen so viele Leute in Sekten. Mit «Sound of Silence» wollen wir die Möglichkeit geben, die Maschine mal zu stoppen, einer guten Melodie zu lauschen und etwas spüren zu können.

Kommt bei dem Konzert auch der auf seine Kosten, der vor allem Ihren Wortwitz schätzt?

Astor: Wir nehmen unser Handwerk sicher ernst. Aber die Moderationen sind schon süffisant. Da nehme ich auch schon mal die Kollegen auf die Schippe, eventuell sogar das Publikum. Wenn der Astor moderiert, bleibt kein Auge trocken. Der Komödiant ist immer mit dabei.

Eintrittskarten gibt es in den Geschäftsstellen der Allgäuer Zeitung, an der Theaterkasse im Festspielhaus Füssen (Telefon 08362/5077-212) sowie telefonisch über (01805) 761111.

Internet:

www.muenchenticket.de

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