Bodenlose Sauerei, solche Fallen zu stellen

Von silvia Reich-Recla | Durach Wie lange der Fuchs leiden musste, kann Manfred Werne nicht beurteilen. Es sind wohl viele Stunden gewesen, ist sich der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Kempten sicher. Hinter dem Holzstoß eines privaten Anwesens in Durach/Bechen habe der Vierbeiner Schutz suchen wollen. Doch bis hinter die aufgestapelten Holzscheite sei er gar nicht gekommen mit der großen Eisenfalle an der Pfote, einem so genannten 'Tellereisen' . Die harten Eisenbügel haben dem Fuchs die Pfotenknochen gebrochen, ließen sich nicht lockern oder aufbiegen. Ein von den Bewohnern informierter Jäger habe dem geschwächten Tier schließlich den Gnadenschuss gegeben.

'Das ist eine bodenlose Sauerei, dass jemand solche Fallen stellt,' schimpft Werne. 'Seit mehr als 25 Jahren sind sie verboten', macht auch Polizei-Oberkommissar Wolfgang Adam deutlich, dass der noch unbekannte Fallensteller gegen das Tierschutzrecht verstoßen und zudem noch eine Ordnungswidrigkeit nach dem Jagdrecht begangen hat. 'Wer mit Fallen jagt, muss einen extra Fallen-Kurs belegen.'

'Mit Sicherheit kein Jäger'

Von den gut 300 Mitgliedern im Kreisjagdverband Kempten haben gut 50 solch einen Kurs absolviert. 'Der Fallensteller war aber mit Sicherheit keiner unserer Jäger', ist sich Werne sicher. Er verweist darauf, dass legal nur noch so genannte Abzugseisen (Totschlagfallen) oder Lebendfallen benutzt werden. Der Jäger dürfe aus Sicherheitsgründen die Falle zudem nur in der Nacht stellen. Deshalb sei das Jagen mit einem solchen Gerät sehr aufwendig und würde nicht allzu oft durchgeführt.

Das beim gequälten Fuchs verwendete, verbotene Tellereisen, 'würde einem Kind den Unterschenkel durchtrennen', beschreibt Werne die Schlagkraft dieser alten Falle, die bis in die 70er Jahre noch benutzt wurde. Er sagt: 'Man darf nicht nachdenken, was alles hätte passieren können.'

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