Blick für Kultur und Tourismus schärfen

Marktoberdorf (af). - Obgleich er Bundeskanzler Gerhard Schröder schätzt, nahm er ihn in einem Punkt nicht zum Vorbild: Wolfgang Hannig trat nicht als Parteivorsitzender ab. Warum auch, dachten sich die Mitglieder, und bestätigten ihn im Amt als Chef des SPD-Ortsvereins Marktoberdorf. Hannig nutzte die Versammlung dazu, Rückschau auf zwei Jahre Stadtratsarbeit zu halten. Da blieb Kritik nicht aus. Obwohl der Bundesregierung heftiger Wind ins Gesicht bläst und viele SPD-Mitglieder ihrer Partei den Rücken gekehrt haben, hielten sich die Austritte in Marktoberdorf in Grenzen. Sechs Personen hätten in den vergangenen beiden Jahren ihr Parteibuch abgegeben, vier seien in die SPD eingetreten, bilanzierte die stellvertretende Ortsvorsitzende Jutta Jandl. Umzug und Tod mit eingerechnet verloren die Sozialdemokraten elf Mitglieder und liegen nun bei 95. Hannig appellierte an sie, nach Nachwuchs Ausschau zu halten gerade im Hinblick auf Kandidaten für die Kommunalwahl 2008. Denn auch die SPD stehe wie alle Parteien und Gruppierungen im Stadtrat vor einem Generationswechsel. Auffällig sei, dass die jeweils Jüngsten inzwischen den Fraktionsvorsitz innehaben.

Manche Reibungspunkte Sei das Klima 'bis auf kleine Ausnahmen gut bis sehr gut', gebe es in der Sache manche Reibungspunkte. Jüngstes Beispiel: Der von beantragten 25000 auf 18000 Euro gesenkte Zuschuss für das 'weltweit einzigartige' Festival der Weltreligionen, Musica Sacra. 'Das war ein Trauerspiel'. Es sei ein Widerspruch, wenn einerseits gekürzt, andererseits Marktoberdorf als Kulturstadt herausgestellt werde. Ein wenig Sorgen bereite ihm das Bürger- und Touristikbüro. 'In letzter Zeit ist immer mehr nur von Bürgerbüro die Rede, wir dürfen aber den Tourismus nicht vergessen.' Befürchtungen hege er auch für die Römerfunde in Kohlhunden. 'Wenn dort längere Zeit nichts passiert, kommt wieder Erde drüber', um das Badehaus besser zu erhalten. Hannig wundert diese Verzögerung vor allem deshalb, weil für eine Schutzanlage, die Publikumsbesuch zulässt, Geld im Haushalt vorhanden ist. Ebenso dürfe das Thema Markthalle nicht verschleppt werden. Insgesamt erwartet Hannig von Bürgermeister Werner Himmer mehr Gestaltungswillen: 'Manchmal wissen wir nicht, was er und wohin er will.' Diese Kritik hatte auch die CSU jüngst geäußert. Kurz streifte Hannig die Stadtratssitzungen und nannte die Eckpunkte. Ein Antrag auf einen Referenten für Wirtschaft, Handel und Tourismus sei ebenso abgelehnt worden wie der auf eine geänderte Verkehrsführung in der östlichen Georg-Fischer-Straße. Statt eines Jugendparlamentes gebe es nun erst einmal einen Jugendbeauftragten und der Resolution für den Erhalt der Gewerbesteuer hätten sich alle Vertretungen angeschlossen. Ein wichtiges Thema sei die Gestaltung rund um das Bahnhofsgelände. Und einen Campingplatz am Ettwieser Weiher halte die SPD vom Grundsatz her für gut. Kein Diskussionsbedarf bestand hingegen über die Zusammensetzung des Ortsvorstands. Wolfgang Hannig wurde ebenso einstimmig gewählt wie seine Stellvertreterinnen Jutta Jandl und Karin Wehle-Hausmann. Kassiererin ist Henriette Müller, als Beisitzer fungieren Waltraud Joa, Werner Müller, Erich Osterried, German Penzholz, Gerda Röckl und Christian Wagner. Lediglich der Posten des Schriftführers blieb unbesetzt. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Ehrentraud Hölzle, Anna Merschroth, Peter Linder und Bertold Tschauner. In wenigen Worten skizzierte Europakandidat Ralf Strohmeyer abschließend seine Vorstellungen. Auch Altbürgermeister Wolfgang Weinmüller mahnte, die Europowahlen 'außerordentlich ernst zu nehmen'. Die EU-Osterweiterung werde zwar viel Geld kosten, sei unter dem Strich aber 'die größte Friedensbewegung, die jemals stattgefunden hat'.

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