Blick auf 100 Jahre Behindertenarbeit

Holzhausen (löb). - Regens Wagner Holzhausen, das 'Magnusheim', kann auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Für Ulrich Hauser, den Leiter der Einrichtung, war dies ein Anlass, sich mit der Geschichte des Hauses zu beschäftigen. Durch einen Arbeitskreis ist eine Chronik entstanden, die sowohl die bewegte Geschichte des Holzhauser Heimes wie auch die Entwicklung in der Behindertenarbeit behandelt. Diese Rückschau wurde im Zuges eines Tages der offenen Tür am Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine begleitende Ausstellung illustriert das Geschriebene mit alten Dokumenten, Einrichtungsgegenständen und Arbeitshilfen. 'Das Diktat der leeren Kassen trifft vor allem Menschen, die wenig Einfluss haben.' Dies sagte Schwester Regitta, die Provinzoberin der Dillinger Franziskanerinnen und Stiftungsratsvorsitzende von Regens Wagner, bei der Eröffnung der Ausstellung. Das Beispiel der Vorgängerinnen, die aus einer heruntergekommenen Mühle mit viel Fleiß ein stattliches Heim geschaffen haben, so Schwester Regitta, könne hier wegweisend sein. Ursprünglich war in Holzhausen ein Heim für alt gewordene Taubstumme geplant. 'Hier in dieser Gegend herrscht ein schreiendes Bedürfnis, ein Heim für bildungsfähige schwachsinnige Mädchen einzurichten'. Diese Aussage der Regierung von Oberbayern, nachzulesen in der Chronik, war die Umwidmung und die Geburtsstunde des Magnusheims in Holzhausen. Vieles hat sich seither geändert. Die Einrichtung heißt jetzt 'Regens Wagner Holzhausen', offen ist sie nicht nur für Frauen, sondern allgemein für Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig hat das Haus eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen durchlaufen. Die druckfrische Chronik und die begleitende Ausstellung gehen auf all dies ein. So liegt ein 'Intelligenzprüfungstest' von 1914 aus, der erste Prospekt des Magnusheimes aus dem Jahr 1927 ist ebenso zu sehen wie der Essensplan der so genannten 'E-Köstler' während des Dritten Reiches. Das Heim als Lazarett, als Aufnahmestelle für befreite KZ-Häftlinge, der Neubeginn in den 50er Jahren und vor allem die rasante Entwicklung in der Behindertenarbeit von den 60er Jahren bis heute wird mit vielen Bildern und Schriftstücken verdeutlicht.

Ganz auf Bio umgestellt Beim Tag der offenen Tür am Samstag präsentierte Regens Wagner Holzhausen, wie heute hier gelebt und gearbeitet wird. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, um sich umzuschauen und einzukaufen. Einiges Neues war zu sehen. Das sanierte heilpädagogische Heim für Kinder und Jugendliche wurde erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Schule ist erweitert worden. Auch dieser Bau stand, im Außenbereich noch nicht ganz fertig, zur Besichtigung offen. Alle Schüler waren anwesend und machten diese Räume lebendig. Die landwirtschaftliche Abteilung ist, laut Agraringenieur Josef Beyrle, 'seit ein paar Tagen' ganz auf Bio umgestellt und informierte über ihre Produkte. Reger Betrieb herrschte in der Gärtnerei, dort fanden vor allem Tomatenpflanzen reißenden Absatz. Und im Freigelände schaffte Bildhauer Josef Lang zusammen mit Jugendlichen des Wohnheimes eine große Steinskulptur. i Die Ausstellung '100 Jahre Regens Wagner Holzhausen' bleibt bis zu den Sommerferien aufgebaut. Sie kann nach vorheriger Anmeldung (Telefon 08241/999110) von Gruppen besichtigt werden.

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