Bernbeuren
Blasmusik und große Freude

Mit einem solchen Empfang hatte die frischgebackene Mannschafts-Europameisterin im Curling, Corinna Scholz, wirklich nicht gerechnet. Mit Kutsche und Blaskapelle fuhr die Sportlerin auf dem Marktplatz vor, wo trotz Minustemperaturen bereits knapp 200 Bernbeurer warteten und sie mit lautem Beifall empfingen.

Die Kinder des örtlichen Skiclubs standen Spalier und am Rathaus erwarteten Bürgermeister Heimo Schmid, TSV-Vorsitzender Joachim Meier und Ski-Abteilungsleiter Gerhard Nacke die Sportlerin. Als Schmid laut ausrief «Jetzt haben wir eine Europameisterin» setzte erneut Applaus ein. Die Bevölkerung klatschte und jubelte der sympathischen Curlerin zu.

Fleiß, Ehrgeiz, Talent

Der Bürgermeister begrüßte besonders Familie Scholz und Sepp Krönauer, den er als Corinnas «Gönner und Förderer» bezeichnete. Bei ihm lernt die 20-Jährige seit Herbst den Beruf der Industriekauffrau und wird wegen der zahlreichen Trainingseinheiten und Turniere kräftig unterstützt.

Als Corinna Scholz die Nominierung für die Nationalmannschaft erreichte, war der Ausbildungsvertrag bereits unterschrieben. Sie stellte gleich klar, dass sie den Beruf vorziehe. Krönauer war es schließlich, der beides ermöglichte: Beruf und Sport. Entsprechend groß ist auch seine Freude nach ihrem Erfolg bei der Europameisterschaft. Denn Corinna Scholz habe das «mit ihrem Fleiß, Ehrgeiz und Talent verdient», so ihr Arbeitgeber. Und er bescheinigte, dass sie auch Ausbildung und Schule meistere.

Schmid überreichte der Sportlerin im Namen der Gemeinde eine Gratulation samt Blumenstrauß unter einer großen Tafel, die das Rathaus zierte und auf der geschrieben stand: «Bernbeuren gratuliert der Europameisterin im Curling Corinna Scholz». Im Hinblick auf die Nominierung für die Olympischen Winterspiele hakte der Gemeindechef nach, ob vielleicht nicht noch etwas Größeres nachkommt.

Wie auch immer: «Corinna Scholz hat unseren Namen in die Welt hinaus getragen.»

Die Sportlerin berichtete anschließend über den schwierigen Start, die verschiedenen Gegner und ihre Nervosität und über das Finale, als klar geworden sei, dass der Titel gewonnen werden könnte. Dabei vergaß sie nicht, denjenigen zu danken, die ihr so viel Unterstützung gaben und ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre: ihre Familie, ihr Freund und ihr Arbeitgeber.

Dabei war sie bei der EM in Aberdeen doch im wahrsten Sinne des Wortes baden gegangen. Bei ihrer Ankunft hatte sie gescherzt, beim Titelgewinn ins direkt ans Hotel gelegene Meer zu springen. Gesagt, getan. Das Bad in der Menge in Bernbeuren dürfte trotzdem angenehmer gewesen sein.

Am Computer mitgefiebert

Auch ihre Familie ist sehr stolz. Vater Josef Scholz gestand, erst langsam zu realisieren, was da überhaupt passiert ist. Und auf dem Hof wurde am Computer mitgefiebert, teils bis kurz vor Mitternacht. Mutter Ulrike beschrieb den Werdegang ihrer ehrgeizigen Tochter, die bereits bei den Kinder- und Jugendmeisterschaften Erfolge verbuchte. «Ich freue mich wahnsinnig auf Vancouver im Februar», erklärte Corinna Scholz, die schon fleißig trainiert.

Um sich bei der Kälte etwas aufzuwärmen, gab es für die Anwesenden Glühwein und Punsch. Die Musikkapelle unterhielt derweil mit ein paar Weisen.

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