Bis heute voll Energie und Tatendrang

Von Sabine Metzger Oberstdorf Ihre Liebe zum Skifahren hat Sophie Gutermann nach dem ersten Weltkrieg von Niederbayern nach Oberstdorf geführt, gestern hat sie mit einer großen Gratulantenschar in ihrem Haus in der Oberen Stillachstraße ihren 100. Geburtstag gefeiert. Sie ist jetzt, wie Bürgermeister Vogler erklärte, die zweitälteste Bürgerin in Oberstdorf. Sie ist das anerkannte Oberhaupt unserer großen Familie, erklärte ihr Sohn Walter, Hochschullehrer aus Wien, bei der Geburtstagsfeier mit Verwandten, Freunden und Nachbarn. Auch Jutta Seibüchler war eigens zu diesem Fest von Berlin nach Oberstdorf gekommen. Sie hatte vor Jahren im Landhaus Gutermann ausgeholfen, aber aus dieser kurzen Zeit hatte sich eine tiefe Freundschaft zu ihren damaligen Chefin entwickelt. Sophie Gutermann ist ein ganz besonderer Mensch. Sie ist stark, strahlend und anspruchsvoll. Jutta Seibüchler gehört mittlerweile längst zur Familie. Enge Beziehung zu Oberstdorf hat Sophie Gutermann seit den 20er Jahren da unternahm sie mit einem Onkel erste Bergtouren hier. So auch aufs Nebelhorn wo es allerdings damals noch keine Bergbahn gab.

1934 heiratete sie Rudolf Gutermann, mit dem ein Wanderleben begann. Im letzten Kriegsjahr kam Sophie Gutermann mit ihren beiden Kindern schließlich wieder nach Oberstdorf, wo der ererbte Familienbesitz, das Gutermannsche Stillachhäusl, nicht nur ein Heim bieten sollte, sondern auch die künftige Lebensgrundlage für die Familie war. Mit ihrer großen Lebenskraft hat uns unsere Mutter über die Kriegs- und Nachkriegsjahre gebracht, erzählt Walter Gutermann, auch wenn wir anfangs nur mit Dackelzucht und Gemüseanbau über die Runden kommen mussten. Dann entschlossen sich Sophie und Rudolf Gutermann in den 50er Jahren, in ihrem Haus ein Kinderheim zu eröffnen. Mit viel Idealismus und Unternehmungsgeist wurde das Haus ausgebaut und erweitert, so dass über Jahrzehnte hinweg (bis 1983) allmonatlich bis zu 60 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren ihr Oberstdorfer Familienerlebnis hatten. Danach wagten Sophie Gutermann und ihre Tochter Barbara einen weiteren Neuanfang, bauten noch einmal um, begannen mit dem Vermietungsbetrieb und führen das Haus seitdem als behagliche Gäste-Pension. Das Landhaus Gutermann leitet heute Tochter Barbara. Noch immer schaut die Mutter in ihrem hohen Alter nach dem Rechten im Betrieb und kümmert sich um die Gäste. Tatendrang, Energie und Durchsetzungsvermögen hat sich Sophie Gutermann nämlich bis heute erhalten. So auch ihre Liebe zu Oberstdorf und den Bergen. Im Alter von über 70 Jahren hat Sophie Gutermann noch die Fellhorn-Abfahrt gemeistert. Sohn Walter hatte zwar vor etlichen Jahren versucht, seine Mutter fürs Langlaufen zu begeistern. Allerdings ohne Erfolg: Das ist ihr viel zu langsam.

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