Biessenhofener zeigen großes Interesse an den Kandidaten

Biessenhofen | hkw | Konzentriert und gespannt verfolgten über 350 Besucher die Podiumsdiskussion der vier Bürgermeisterkandidaten im Biessenhofener Gemeindesaal. Was Ziele wie den Erhalt der Hauptschule oder die Sicherung von Gewerbebetrieben angeht, waren sich Wolfgang Eurisch (CSU/ÜWG), Werner Scheifele (SPD), Werner Moll (FW) und Tom Nieberle (ÖDP) häufig einig. Unterschiede zeigten sich in der Herangehensweise - an Themen (siehe weitere Artikel), aber auch an das Bürgermeisteramt an sich.

Dieses hat Erwin Fahr seit 1991 in der 4300-Einwohner-Gemeinde bekleidet. Moderator Vitalis Held von der Marktoberdorfer Lokalredaktion der Allgäuer Zeitung machte eingangs deutlich, dass es sich bei der Wahl am 2. März um einen Generationenwechsel ('alle Bewerber sind um die 40') und eventuell 'um eine Richtungsentscheidung für Jahrzehnte' handelt.

Der Ebenhofener Werner Scheifele kritisierte Mitbewerber Moll aus Bertoldshofen, indem er forderte, ein Bürgermeister müsse in seiner Gemeinde wohnen. Moll, wohnhaft in Bertoldshofen, identifiziert sich nach eigener Aussage dennoch zu 100 Prozent mit Biessenhofen. Als 'Befähigung' für das Amt sieht er auch die Erfahrung als Sachgebietsleiter in der Verwaltungsgemeinschaft. Er sei nicht der Meinung, ein Bürgermeister solle das nötige Berufswissen erst in 'oft jahrelangen' Lehrgängen erwerben: 'Zumal ab Mai die Hälfte der erfahrenen Gemeinderäte und einige erfahrene Verwaltungsleute ausscheiden.'

Scheifele, der als Bürgermeister 'die Ortsteile verschweißen' will und Eurisch aus Biessenhofen betonten ihre aus Gemeinderats-Erfahrung resultierende Kompetenz. Sie seien Praktiker, bekannt dafür, 'Sachen anzupacken'. Bürgernah, so Eurisch, möchte er 'unsere Heimat entwickeln'. Auch Nieberle, der bei manchen Fragen der Bürger zugab, noch nicht in der Materie drin zu sein, betonte seine Bürgernähe. Mit Sprechstunden und deutlich mehr Bürgerversammlungen in allen Ortsteilen will er 'die Gemeinde als Gemeinschaft aller' stärken.

Alle Bewerber wollen den Kanalbau (Kreen und Schimmelhof) abschließen, sich für ein Trinkwasser-Konzept sowie den Turnhallenneubau in Biessenhofen einsetzen und in zukunftsfähige Energien (Geothermie, Solarenergie) investieren. Auch eine kommunale Eigenheimzulage wie in Kaufbeuren wurde genannt. Moll und Eurisch betonten, wie wichtig der Schuldenabbau sei.

Schulden abgebaut

Dazu kamen kritische Publikumsfragen: 'Wie kann bei all den Vorhaben von Schuldenabbau die Rede sein?', wollte ein Zuhörer wissen. Moll erklärte, die Gemeinde habe von 2001 bis 2007 'trotz Investitionen die Schulden von 3,6 Millionen auf 1,7 Millionen Euro reduziert: 'Wir sind auf einem guten Weg.' Für Lacher sorgte Nieberles Antwort: 'Ich habe nicht von Schuldenabbau gesprochen.'

Am meisten bewegte die Zuhörer wie Ex-Gemeinderat Xaver Sailer, die 'drohende' Verkehrsbelastung durch die geplante Umgehung Marktoberdorfs mit B12-Auffahrt auf Biessenhofener Flur. Die Beantwortung überließ Nieberle seinen Mitbewerbern. Das Publikum erfuhr, dass die anderen drei Kandidaten sich dafür stark machen, dass die B12-Auffahrt vom geplanten Standort (Gewerbegebiet Altdorf) mindestens um einen Kilometer in Richtung Osten verschoben wird.

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