Bezirk Schwaben soll Planungen einstellen

Igling/Holzhausen(hön). - Die Gemeinde Igling wird den Regierungsbezirk Schwaben auffordern, die Planungen für ein Regenrückhaltebecken auf Iglinger Flur entlang der Singold einzustellen. Dieser Forderung liegt ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates zu Grunde. Anstoß zu diesem Beschluss nach langen Diskussionen waren Anträge von Uwe Nawratil und Dr. Wolfgang Daum, endlich im Gemeinderat zu einer grundsätzlichen Haltung und damit zu einem richtungsweisenden Beschluss zu kommen. So planen der Bezirk Schwaben und die Wasserwirtschaftsämter Weilheim und Donauwörth, zum Hochwasserschutz die Anlage von diversen Hochwasser-Rückhaltebecken. Auf Iglinger Flur wäre ein Areal von rund 42 Hektar südlich der Bahnlinie bis Holzhausen entlang der Singold betroffen. 'Wir wollen die Schwabmünchner natürlich nicht absaufen lassen, aber warum sollen wir etwas tun, das ausschließlich Schwabmünchen und Langerringen zu Gute kommt', gab Nawratil zu bedenken. So befürchten die Iglinger, dass mit dem Areal im Hochwasserfall ein 'wunderschönes Stück Natur' (Nawratil) geflutet und damit auch geopfert wird, denn: 'Nach dem Aufstauen wächst da lange nichts mehr.' Erschwerend komme hinzu, das in einer Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des Hochwasserschutzes der Stadt Schwabmünchen und der Gemeinde Langerringen der Bereich, so Thomas Ziegler, 'schön gerechnet' sei. Auch Günter Först glaubt nicht an die Aussagekraft der Studie: 'Die Behörden zeigen sich unflexibel wie immer. Das ist eine Studie, die sie so haben wollen. Andere Vorschläge werden gar nicht angehört.'

'Salami-Taktik' Für Unruhe sorgte auch die Information von Daum, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim kaufe bereits Flächen entlang der Singold auf. Dies diene allerdings, klärte Bürgermeister Herbert Szubert auf, lediglich dem Erwerb eines Schutzstreifens für die Singold in einer Breite von rund 15 Metern. Dennoch konnte er die Sorgen der Gemeinderäte nicht mindern. Von 'gut eingefädelter Taktik' (Först) war da die Rede, um später dann im Besitz bereits weitläufiger Flächen zu sein, 'da haben wir dann kaum ein Regulativ mehr, um gegen die Pläne der Schwaben einzuschreiten'. Auch Peter Heiland warnte vor der Salamitaktik: 'Wir sind ohnehin in deren Augen der Weg des geringsten Widerstands und die wohl billigste Lösung'. Wenn schon ein Regenrückhaltebecken, so der Tenor, dann entweder, wie längst gefordert, südlich der Autobahn (Zenkominierski) oder näher an Schwabmünchen und Langerringen (Heinrich). Mit dem Appell von Först an die Landwirte, sich 'nicht über den Tisch ziehen zu lassen und die Gemeinde zu unterstützen', was bedeutet, die Grundstücksverhandlungen bezüglich der Flächen entlang der Singold nicht weiter zu verfolgen, endete die Diskussion und mündete in den Beschluss, den Bezirk Schwaben aufzufordern, die Planungen eines Regenrückhaltebeckens auf Iglinger Flur einzustellen.

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