Kaufbeuren
Beule nach Schlag mit Bierflasche

Ein 27-jähriger Kaufbeurer lief im Mai 2009 nach einer Abitur-Party mit einer Bierflasche in der Hand mitten auf der Melchior-Elch-Straße. Als sich ein Fahrzeug näherte, ging der angetrunkene junge Mann nicht zur Seite, sondern schlug den Mercedes-Stern des Autos herunter. Der Besitzer des Wagens, ein 26-jähriger Ostallgäuer, wollte ihn zur Rede stellen, woraufhin ihm der Kaufbeurer einen Schlag mit der Bierflasche verpasste und eine Beule am Kopf zufügte. Vor dem Amtsgericht war der Angeklagte jetzt in vollem Umfang geständig. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Richter und die Staatsanwältin machten dem jungen Mann mit Nachdruck klar, dass ein Schlag mit einer Flasche «auch ganz anders hätte ausgehen können.» Der 27-Jährige war einsichtig und nahm das Urteil sofort an. Nachdem auch die Staatsanwältin auf Rechtsmittel verzichtete, ist die Entscheidung rechtskräftig.

Täter-Opfer-Ausgleich

Dass sich der Angeklagte beim Geschädigten entschuldigt und sich mit ihm im Zuge eines Täter -Opfer-Ausgleichs auf eine Entschädigung von 500 Euro geeinigt hat, stellte der Richter im Urteil in Rechnung. Positiv wertete er auch das Geständnis und den Umstand, dass der wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeahndete Kaufbeurer zwischenzeitlich therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt. Der Angeklagte hatte in der Verhandlung betont, er wolle «wissen, was da los ist.

» Einen möglichen Grund für seine wiederholten Ausraster sah er darin, dass er früher wegen starken Übergewichts gehänselt worden sei. Zwar habe er mittlerweile 45 Kilo abgenommen, «aber ich denke, das schlummert noch in mir.» Ein weiteres Problem könnte nach Ansicht des Vorsitzenden auch das Trinkverhalten des Angeklagten darstellen: Sowohl im aktuellen Fall - ein Atem-Alkoholtest hatte einen Wert von etwa zwei Promille ergeben - als auch bei seinen beiden früheren Taten war er alkoholisiert. Der Richter empfahl ihm deshalb dringend, künftig «die Finger vom Alkohol zu lassen!»

«Eigenes Verschulden»

Für den Verteidiger lag die Alkoholisierung seines Mandanten beim jetzigen Vorfall in einem, »Bereich,»bei dem man durchaus über eine verminderte Schuldfähigkeit nachdenken kann.» Dies sah die Staatsanwältin anders und betonte: «Es ist ein eigenes Verschulden wenn man sich betrinkt, obwohl man weiß, dass man unter Alkoholeinfluss zu Straftaten neigt.»

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