Ruderatshofen
Besuch bei Moslems und Hindus

Pater Stephen Kuttiamkonath stammt aus einem Dorf in Kerala, einem Bundesstaat an Indiens Südspitze mit 33 Millionen Einwohnern. Mit einem Anteil von 19 Prozent sind dort die Christen neben Hindus (56 Prozent) und Moslems 25 Prozent zwar in der Minderheit. Die Wurzeln des Christentums reichen aber bis ins Jahr 52 zurück, als der Apostel Thomas den Subkontinent missionierte. Pater Stephen sieht sich in der Tradition dieses Teils der katholischen Kirche: «Immerhin ist die Thomaskirche die einzige mit einem Apostelnamen.»

Das Weihnachtsfest hat bei 20 und 25 Grad dennoch einen anderen Charakter. Am Heiligen Abend gehen die Menschen mit einer Puppe des Christkindes auf dem Arm von Haus zu Haus - und begrüßen die Nachbarn mit dem Satz: «Der Erlöser ist geboren. Jesus ist der Erlöser der ganzen Welt.» Daher tragen sie das Christkind auch zu den Hindus und Moslems, so der 43-Jährige.

Geschenke für die Kinder

Es gibt zwar keinen Christbaum, aber eine Krippe hat jeder daheim - und die wirkt oft alpenländisch. Kleine Geschenke gibt es in den armen Dörfern nur für die Kinder. Zum Festtag gehört aber ein Festmahl: «Wir essen nicht viel Fleisch in Indien. Aber an Weihnachten gibt es Fisch und Fleisch.

» Nach der Feier in den Familien gehen fast alle in die Kirche zur Mitternachtsmesse, sagt Pater Stephen: Für Christen in der Minderheit sei die Kirche eine Existenzfrage. Und in ärmeren Ländern beteten die Menschen ohnehin mehr. Spätestens bei den Weihnachtsliedern gibt es Gemeinsamkeiten. Auch dort ertönt «Stille Nacht» - der Text heißt «Shanthei Lathri »

Nach Deutschland kam Pater Stephen vor zehn Jahren, um den Kindern in seiner Heimat zu helfen. Sein Gehalt geht an seinen Orden, der Straßenkindern eine Ausbildung finanziert. Er selbst bekommt nur ein Taschengeld.

www.echoindia.org

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